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wortabruf störung

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lenni2313
Teilnehmer

Hallo nochmal. Hab noch ne frage. Und zwar behandel ich im Moment ein 6 jähriges Mädchen, geht auch in die schule, die einen stark unter durchschnittlichen Wortschatz hat. Es deutet stark auf eine wortfindungsstörung bzw. Wortabrufstrg. Hin. Wie kann ich in diesem Bereich am besten fördern? Im Moment arbeite ich in semantischen Feldern, aber es geht nur schleppend voran. Habt ihr konkrete Ideen wie ich gezielt die wortabrufstrg. Behandeln kann und was kann ich eventuell üben wenn sie phonologisch ähnliche wörter verwendet?
Über viele Ideen würde ich mich sehr freuen.


vor 7 Jahre, 4 Monaten #91124

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Wicki
Teilnehmer

Bei einer Wortfindungsstörung hat das Kind das Wort abgespeichert, weiß aber nicht mehr wo (Bsp. Kind steht vor dem Gehirnregal und weiß nicht, in welchem Fach das Wort liegt). Bei einer Wortabrufstörung, weiß das Kind, wo es das Wort abgespeichert hat, hat aber keinen Zugriff darauf (Kind steht vor dem richtigen Gehirnregal, bekommt das Fach aber nicht auf).
In beiden Fällen würde ich dafür sorgen, dass das Kind gut und sicher abspeichert. Voraussetzung für Speicher ist Tonus. Wenn du mit ihr in semantischen Feldern arbeitest, sollte vorher der Tonus gezielt angesprochen werden. Sie könnte Trampolin hüpfen oder Seil springen, auf einer Matte hüpfen, Hampelmann, Kreuzklatschen oder Wechselsprung. Um die Wortfindung zu unterstützen würde ich Koordinationsübungen machen (also die bereits genannten Hüpfübungen und sowas wie Klatsch- oder Fadenspiele). Koordination ist Voraussetzung für das Sortieren in verschiedene Regalfächer und das Wissen, welches Fach dieses Wort beinhaltet. Der Input sollte entsprechend häufig erfolgen. Geht man davon aus, dass ein Erwachsener bis zu 50 mal ein Wort gehört haben muss, bis er es selber aktiv verwendet, ist es bei Kindern um ein vielfaches höher. Es sei denn, es ist ein emotional sehr ansprechendes Wort. Die Art der Inputsequenzgeschichten von Siegmüller und Kauschke sind da wirklich zu empfehlen. Hab da gute Erfahrungen mit gemacht.


vor 7 Jahre, 4 Monaten #91126

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setra
Teilnehmer

Hallo Parcipitant,
zunächst muss abgeklärt sein, ob dein Kind einen reduzierter Wortschatz oder eine Abrufstörung hat.
Bei einem reduzierten Wortschatz musst du diesen erst mal aufbauen. Da kann es natürlich dauern, bis das Kind den erweiterten Wortschatz auch expressiv anwendet. Vor allen Dingen kommt es darauf an, dass du dich für deine Materialien am Alltag des Kindes orientierst, damit es neu erworbenes Wissen auch alltäglich anwenden kann. Bei einer Wortabrufstörung musst du dem Kind über semantische Merkmale eine Struktur des Abspeicherns und somit dem schnellen Zugriff vermitteln.
Wenn das Kind phonologisch ähnliche Wörter verwendet, prüfe, ob eine phonologische Störung vorliegt oder ob das Kind aufgrund unzureichender semantischer Merkmale (Lexikon) sich gar keine Gedanken drüber macht, dass z.B. Kanne und Tanne zwei unterschiedliche Objekte sind, die nur so ähnlich klingen. Dann kann sie wahrscheinlich auch nicht reimen und, und, und …..

Du schreibst, das Mädchen gehe schon zur Schule.Warum kommt sie jetzt erst zu dir?

Viele Grüße
setra


vor 7 Jahre, 4 Monaten #91127

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Amelie388
Teilnehmer

Hallo!

Ich habe gerade auch ein Mädchen (5J.) in Therapie (schon seit Monaten), bei ihr ist der Wortabruf auch stark betroffen.
Wir haben lang am Wortschatz, insbesondere Kategorisierung gearbeitet, jedoch fällt es ihr unheimlich schwer sich Sachen zu behalten – wie auch bekannte Dinge abzurufen.
Ich kenne sie auch aus dem Kindergartenalltag – zum Frühstück gibt es jeden Tag frische Sachen: Apfel, Tomate, Gurke, Möhre. Sie ist jetzt seit 1 1/2 Jahren in der Gruppe und auch heute noch hat sie Probleme z.B. das Wort ‚Tomate‘ abzurufen und stockt jedes Mal bevor sie etwas sagen möchte.
Bei ihr kann es daher keinesfalls an der Häufigkeit, bzw. Wiederholung liegen – sie hört die Dinge alltäglich und sie kann sie nicht abrufen.
Rezeptiv scheint sie super zu kategorisieren zu können (Oberbegriffe, Teil/Ganzes, etc.), nur produktiv bringt sie alles durcheinander und benennt bspw. ‚Bein‘ mit ‚Hand‘. (Die anfänglichen phonologischen Verwechslungen wie ‚Maulwurf‘ für ‚Würfel‘ sind nicht mehr ganz so schlimm.)

Wir haben viel HMS trainiert, auch Kurzzeitgedächtnis, dazu Kategorisierung und Wortschatzaufbau, viel Input für den Wortschatz. Auch habe ich jetzt die Koordination u. Bewegung (wie oben genannt) mit einzbezogen wie auch rythm. Sprechzeichnen.
Gibt es darüber hinaus noch Sachen, um den Wortabruf zu trainieren? Habt ihr Ideen?

Würde mich sehr über Antworten freuen!


vor 7 Jahre, 3 Monaten #91292

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