Logopädie-Forum

Vorverlagerung von /k/ und /g/ zu /t/ und /d/

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Annika81
Teilnehmer

Habe bereits seit 6 Therapiestunden einen 4 Jährigen Jungen in Therapie der eine Vorverlagerung der Laute /k/ und /g/ zu /t/ und /d/ zeigt. Habe bisher POPT nach Fox angewendet und ihm zusätzlich mit Metaphon vorne (t,d) und hinten (k,g) näher gebracht. Er kann die Laute jedoch nur auf Lautebene differenzieren. Sobald wir auf Silben- oder Wortebene gehen klappt es nicht mehr.

Expressiv kann er die Laute /k/ und /g/ immer noch nicht sprechen. Auch beim „Runterdrücken der Zunge“ mit einem Holzspatel kommt wieder /t/ raus. Auch andere Anbahnungsversuche misslangen. Hilfe!

Habe nun auch angefangen seine phonologische Bewusstheit zu fördern mit Silben klatschen, Reime und Minimalpaare finden. Silben klatschen war kein Problem. Reime findet er zumeist nur mit Hilfe.

Mit dem Audiolog PC Programm habe ich auch bereits gearbeitet. Schon beim Geräusche differenzieren zeigt er Schwierigkeiten. Vielleicht ist auch die auditive Wahrnehmung nicht so gut? Das Hördiagramm auf der Verordnung war allerdings unauffällig.

Wie könnte ich noch das /k/ und /g/ anbahnen? Wie würdet ihr vorgehen?

Hoffe auf Eure Hilfe. Danke im Voraus.

Annika


vor 10 Jahre, 2 Monaten #86356

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Corinna85
Teilnehmer

Hast du das ganze mal mit Kraftunterstützung probiert? Ich lasse die Kinder oft mit der Faust (nicht ganz so fest) auf den Tisch hauen. So haben sie noch einen anderen, unterstützenden Reiz. Oder mit einer anderen Gebärde unterstützen. Den Finger zum Beispiel an den Kehlkopf oder das Kinn legen. So dass das Kind auch mal bei dir fühlen kann…

Aber /k/ /g/ finde ich sowieso immer schwierig. Das dauert bei mir auch immer ewig.

Hoffe, ich konnte ein wenig helfen :-)


vor 10 Jahre, 1 Monat #87486

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Corinna85
Teilnehmer

Was mir noch so spontan einfällt: ein Stück Knete drücken, wenn das /k/ kommt


vor 10 Jahre, 1 Monat #87487

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murmel
Teilnehmer

Hallo,

tjaja, sowas kann ganz schön hartnäckig sein.

ABER: Wenn du den Laut (also das /k/) anbahnen willst, er aber immer nur „t“ hört … wie soll das funktionieren?

Ich würde erst mal weiterhin an der phonologischen Komponente arbeiten (bei Frau Fox kommt das Anbahnen sowieso erst in der zweiten Phase, wenn die Kinder die Laute differenzieren können).

Vielleicht könntest du erst mal das /k/ aus anderen Lauten heraushören lassen.

Also einen großen Kontrast wählen, wie Frikative.

Immer, wenn er dann das /k/ hört, gibts einen Muggelstein oder sowas.

Der Kontrast von /k/ und /t/ ist extrem eng, du könntest vorher auch erst mal /sch/ und /s/ differenzieren lassen, die sind zwar auch eng beieinander, aber für die meisten Kinder besser zu unterscheiden.

Und man kann das Mundbild besser zeigen.

Ich hoffe, das hilft dir ein wenig weiter.

Viele Grüße


vor 10 Jahre, 1 Monat #87488

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esel
Teilnehmer

Das /K/ ist wirklich ein undankbarere Laut;) bleib dabei weiter zu differenzieren. wenn es ihm wirklich so schwer fällt dann fang doch erstmal mit geräuschen an. und arbeite dich langsam vor.

Habe auch shcon Kinder kennengelernt die das Unterscheiden nicht verstanden haben. ;)

Hatte mal ein ähnliches Problem mit nem größeren Jungen der konnte auch nach mehreren Vo’s und Therapeutenwechsel und Pause den Laut nicht bilden. haben dann erstmal was anderes gemacht und nebenbei ganz viel Mumo und Körperübungen. der hattte einfach gar keine Wahrnehmung für sich.

Sah vielversprechend aus. Leider wurde die Therapie dann abgebrochen.

Vielleicht ist das ja noch n Tipp.

Viel Spaß dir beim ausprobieren…


vor 10 Jahre, 1 Monat #87490

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Deiferl
Teilnehmer

Das klingt sehr hartnäckig.

Wie oben schon in kurz erwähnt, könntest du nach BULA arbeiten und immer, wenn er den Laut produzieren soll, mit dem Handballen kurz auf den Tisch drücken.

Parallel dazu auf jeden Fall an der Wahrnehmung dranbleiben. Wenns gar nicht anders geht, kannst du auch gaaaanz weit anfangen. Z.B. ihr habt 3 komplett unterschiedliche Instrumente, ihr spielt abwechselnd eines und der andere soll raten, welches es war. Zum Einstieg kannst du das sogar mit offenen Augen machen. Und dann nach und nach näher ans Problem gehen, über die Unterscheidung von Vokal und Plosiv, Frikativ und Plosiv, Frikativ und Frikativ…

ZUsätzlich würde ich die Wahrnehmung viel multimodal unterstützen, z.B. indem man irgendwas langzieht, wenn das Geräusch lang war.

Evtl. ist ja da was für dich dabei.

Gruß


vor 10 Jahre, 1 Monat #87492

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Kati
Teilnehmer

Hallo,

ich würde ganz gezielt an der auditiven Differenzierung weiterarbeiten. Die Förderung der phonologischen Bewusstheit allgemein ist viel zu unspezifisch.

Wenn die Laute schonmal auditiv differenziert werden können, würde ich weiter auf Silbenebene üben und Schritt für Schritt nach Fox vorgehen.

Es gibt Kinder, die brauchen sehr sehr lange. Wichtig ist, dass die Eltern zu Hause regelmäßig üben.

Ich habe auch schon KInder gehabt, die die auditive Differenzierung nach Fox gar nicht verstanden haben.

Wenn es zu lange dauert, beginne ich, wie du auch schon mit der Anbahnung der Laute.

Ich habe gute Erfahrungen mit kurzem, kräftigem Fauchen gemacht, also praktisch ein ch2 kurz und kräfitg fauchen. Es dauert etwas bis man dann k ähnliche Laute hört. Wenn man diese schon erahnen kann, einfach weiter probieren. Bis ein schönes k erklingt, dauert es etwas. Manchen Kindern hilft es, wenn sie den Mund dabei weit öffnen und den Kopf in den Nacken legen.

Wenn die auditive Differenzierung nicht gelingt, teile die Stunde in zwei Teile, rezeptv (Hörübung) und expressiv (Anbahnung).

Wenn die Anbahnung einmal gelungen ist, erzielen die Kinder oft auf dem Wege der Artikulationstherapie nach van Riper ganz gut Erfolge. Also ganz normal die Reihenfolge Silbe, Wort, Satzebene als Anleitung wählen.

Viel Erfolg und Freude. Lass dich nicht unter Druck setzen.


vor 10 Jahre, 1 Monat #87497

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