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Stottertherapie bei Kind mit SES

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lenni2313
Teilnehmer

Hallo ihr lieben,

Ich habe eine wichtige Frage und hoffe, das ihr mir irgendwie weiterhelfen könnt. Und zwar hab ich ein kleines Mädchen nun bekommen (5 Jahre alt), die früher mit KISS-Syndrom auf die Welt gekommen ist und eine NNeurofibroatose hat. Allein durch die beiden Sachen liegt so von der allgemeinen Entwicklung besonderes der Motorik hinten. Sprachlich hat sie Wortschatzdefizite, einen Dysgrammatismus und eine multiple Dyslalie. Dazu kommt jetzt das Stottern, was jetzt wohl so seit einem halben, 3/4 Jahr bestehe. In der Schule habe ich gelernt, dass ein frühzeitiger Beginn einer Stottertherapie sinnvoll sei, damit sich negative Verhaltensweisen gar nicht erst manifestieren können. Andererseits steht ja die Sprachentwicklungsstörung als großer Risikofaktor da. Ich habe jetzt den Eltern ein paar Grundlegende Informationen und seiner Symptomatik in Flyer-Form mitgegeben und was förderlich und nicht förderlich im Umgang mit Stotternden Kindern ist. Ich weiß jetzt aber nicht, ob und wie ich an dem Stottern arbeiten soll. Würdet ihr auch erst an der SMS arbeiten und dann in Zukunft am Stottern?
Ist vielleicht eine Indirekte Stottertherapie sinnvoll und wie kann diese aussehen? Ich kenne mich leider mit Stottern nicht so gut aus, bzw. mit der Therapie bei kleinen Kindern. Ich denke, dass es evtl schwierig sein könnte nun auch schon am Stottern zu arbeiten. Vielleicht habt ihr hilfreiche Tipps, Ideen wie ich in dieser Therapie jetzt vorgehen könnte.

Über Antworten würde ich mich sehr freuen.


vor 3 years, 7 months #95616

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Thea123
Teilnehmer

Hallo,
wie ausgeprägt ist denn das Stottern? Ist es ein lockeres oder ein sehr festes Stottern? Gibt es schon negative Reaktionen des Kindes auf das Stottern (wie Sprechangst, Erröten etc.)? Gibt es schon Begleitsymptome (wie Mitbewegungen, Kopfzucken etc.)?
Wenn es ein lockeres Stottern ohne negative Reaktionen und ohne Begleitsymptome ist, würde ich vorrangig an der SES arbeiten.
Allerdings fände ich es sinnvoll den Eltern nicht nur Informationen zum Umgang mit dem Stottern mitzugeben, sondern ihnen innerhalb von 2-3 Sitzungen auch an Beispielen mit dem Kind deutlich zu machen wie sie fördernd eingreifen können. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Eltern sonst schnell überfordert sind die schriftliche oder mündliche Informationen praxisnah anzuwenden.
Du hast gut erkannt, dass die Sprachentwicklungsstörung ein großer Risikofaktor für das Aufrechterhalten der Stotter-Symptomatik ist. Daher sollte unbedingt an der SES gearbeitet weren. Überlege dir, ob es noch sonstige aufrechterhaltende Faktoren gibt, an denen man etwas ändern könnte (Tagesablauf, Umfeld etc.).
Solltest du doch an beiden Themen arbeiten wollen, splitte die Themen SES und Stottern auf verschiedene Tage auf, sodass du und auch das Kind nicht durcheinanderkommen worum es gerade geht. Z.B. Montags Stottertherapie, Dienstag und Donnerstag SES-Therapie.
Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen.
Viele Grüße


vor 3 years, 7 months #95617

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Thea123
Teilnehmer

P.S. Ich arbeite bei den kleineren stotternden Kindern gerne nach (Mini-)KIDS von Sandrieser und Schneider. Das Buch „Stottern im Kindesalter“ ist dazu sehr zu empfehlen. Der Ansatz ist auch für Therapeuten geeignet, die sich neu in das Thema Stottern einarbeiten müssen (was ich bei dir glaube herausgehört zu haben).


vor 3 years, 7 months #95618

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lenni2313
Teilnehmer

Liebe Thea,

Danke für deine so schnelle Antwort. Damit hast du mir auf jeden Fall schon ein kleines bisschen weitergeholfen. Damals habe ich auch das Konzept Mini kids kennengelernt, aber es fiel mir damals schon schwer das im ganzen zu verstehen bzw. umzusetzen. Naja. Also Literatur habe ich genug ^^
Also das Stottern ist schön häufiger bei dem Mädchen, allerdings könnte ich soweit noch keine Begleitsymptomatik beobachten, bzw. auch das fällt mir schwer, wenn so viele Baustellen gleichzeitig sind. Das mit der Elternbeirat stelle ich mir gerade echt schwer vor. Aber ich habe mir darüber auch schon Gedanken gemacht es praktisch mal zu zeigen. =( Vielleicht kannst du mal so eine Stunde beschreiben, so wie du sie vielleicht schonmal gemacht hast? Ob sonst noch aufrechterhaltende Faktoren vorliegen, werde ich mal weiter beobachten. Hab ja mit den Eltern erstmal eine normale Anamnese drchgeführt, jetzt aber nicht speziell zum Stottern. Wie gesagt, bin auch da eher unerfahren.

Schöne Grüße


vor 3 years, 7 months #95619

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