Logopädie-Forum

Selbständigkeit – jetzt oder nie???

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Kerida
Teilnehmer

Hallo zusammen,

ich spiele schon seit mehreren Jahren immer wieder mit dem Gedanken einer eigenen Praxis für Logopädie und als zweites Standbein Lerntherapie.
Meine Tochter ist 2,5 und kommt im Sommer in den Kindergarten. Aus gegebenem Anlass haben mein Mann und ich mal wieder die Exelltabellen angeschmissen und gerechnet. Ein Mietobjekt haben wir ebenfalls im Auge und für nächste Woche ist ein Beratungstermin mit einem Steuerberater geplant.
Nun würde ich gerne noch von euch erfahrenen Logopäden eine Meinung zu folgenden Fragen bekommen, die mich in den letzten Wochen natürlich sehr beschäftigen:
– ist der Beginn einer Selbständigkeit auch mit Kind machbar (Plan wären 3 volle Tage Therapie plus 2 Vormittage Büro, Aquise….)
– soll man es heute noch als Logopädin in eine Selbständigkeit wagen? (meine derzeitige Chefin sieht das alles sehr schwarz, zwei befreundete selbständige Logopädinnen können nicht klagen)
– Würdet ihr den Schritt jetzt wagen, wenn ein 2. Kind in ca. 1 1/2 bis 2 Jahren vorstellbar ist?

Über eure Meinungen würde ich mich sehr freuen. Ich arbeite seit Jahren mit viel Herzblut und Engagement und hatte den Gedanken der eigenen Praxis immer wieder. Ist nun der Zeitpunkt gekommen oder wäre es vermessen, es jetzt anzugehen.

Vielen Dank für Eure Antworten!!!


vor 6 Jahre #94119

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Terrorkruemel83
Moderator

Hallo Kerida,

ich würde es nicht tun.
1. um eine Kassenzulassung zu erhalten musst du Vollzeit in der Praxis sein.
2. Dauert es ja bis das Buch voll ist, je nach Lage der Praxis und bis dahin gehst du mit allem in Vorleistung.
3. Wenn weiterer Nachwuchs geplant ist in absehbarer Zeit würde ich mich nicht selbstständig machen.


vor 6 Jahre #94120

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Kerida
Teilnehmer

Das mit der Kassenzulassung ist mir bewusst, da findet sich jedoch sicher eine Lösung.

Dennoch schon mal vielen Dank für die erste Meinung.


vor 6 Jahre #94121

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Logopaede
Teilnehmer

Ja…dafür gibt es ne Lösung.

Aber rechnen wir mit spitzer Feder.
Du arbeitest an 3 Tagen und an 2 halben Tagen morgens.
An den 3 Tagen kannst du, wenn du gut ausgelastet bist, von 14 bis 19 Uhr insgesamt 18 Std. pro Woche machen.
Die Morgenstunden werden ungern angenommen.

Damit machst du ca. 15 Std./ Woche Therapie x 30 Euronen = 450 Euronen in der Woche; 1800€ im Monat (wenns für dich gut läuft).
Dann gehts weiter:
1800€ – Miete – Rentenversicherung – Krankenversicherung – sonstige Ausgaben = ??? vielleicht 200€ Minus

Für den Stress?

Ich empfehle dir:
Lege deine Füße hoch, kümmer dich um die Kinder, lass deinen Mann arbeiten.
Und wenn du Langeweile hast….arbeite im Supermarkt….für 8,50 €….ohne Stress!
Ich verarsche dich jetzt nicht….das meine ich ernst.

Doch wenn dir die Logopädie so viel bedeutet…versuch es!

Ach…und Lerntherapie ist auch Quatsch….die Leute verprassen lieber ihr Geld in den einschlägigen Nachhilfeinstituten.


vor 6 Jahre #94124

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AMA
Teilnehmer

Hallo Kerida,

Selbständigkeit ist wirklich nicht so einfach, wie man es sich vorstellt. Sie kann aber auch eine sehr gute Lösung sein, wenn man der Typ dazu ist.
Dir muss ganz klar sein: man ist tatsächlich „selbst & ständig“ ! Halbe Sachen gibt es da nicht. Nur drei Tage die Woche zu therapieren decken deine Kosten nicht. Bedenke auch: immer wenn du nicht arbeiten kannst (Urlaub, Kind krank, Patient sagt ab, etc) kommt kein Geld rein.

Ich kenne einige Kolleginnen mit Kindern, die selbständig sind – bei denen ist der Mann zu Hause und unterstützt die Frau wo er kann. Wenn Kinder noch recht klein sind, ist es ansonsten sehr schwer mit der Selbständigkeit, ausser du hast ebenso einen Partner und eine große Familie, die vieles mitträgt. Wenn deine Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist, solltest du dir vielleicht einfach noch Zeit lassen – die Selbständigkeit rennt dir nicht weg.

Grüße
Aila


vor 6 Jahre #94126

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