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Teilnehmer

Hallo zusammen,
an meiner Klinik haben wir vor (interdisziplinäres Dysphagie-Team, bestehend aus Ergos, Physios & mir als einzigem Logopäden & Fachverantwortlichen Dysphagie) die FEES zu etablieren, wir beurteilen bis dato ausschliesslich klinisch. Ich denke, ein (ge)wichtiger Punkt bei der Überzeugungsarbeit & dem Ausräumen der Widerstände wird der Faktor Kosten sein. Was müssen wir für ein Neugerät veranschlagen? Gibt es jemanden hier, der/die auf eine neue Gerätegeneration umsteigt & das alte, noch funktionierende Gerät verkaufen würde (als Einstiegsdroge, sozusagen)?
& noch eine Frage – vielleicht am ehesten an Alexander? Wie sieht es rechtlich aus, wenn ein oder zwei von uns die Ausbildung machen aber keiner der Ärzte am Haus geschult ist (alles Geriater)? Dürfen wir das dann, wenn eine hausinterne Regelung fixiert wird? Oder muss ein Arzt selbst das Verfahren beherrschen um es an uns deligieren zu können?


vor 1 Jahr, 4 Monate #96077

Hi,

der Untersuchungsplatz ist gar nicht so teuer. Die Endoskope kosten halt rund 4TEUR für ein Fiberendoskop und rund 10TEUR für ein Videoendoskop. Es macht wenig Sinn mit einem billigen anzufangen, da ihr euch hinterher nur ärgert und dann kein anderes bekommt mit dem Argument, ihr hättet ja bereits eines.

Sammelt Argumente, warum ihr die FEES machen MÜSST: sinkende Liegezeiten, geringere Komplikationsrate, weniger Antibiotika-Verbrauch, Einhalten von Standards und Empfehlungen der Fachgesellschaften etc. Das wird nachhaltiger sein.

Was die Durchführung angeht: Wenn ein Arzt in der Nähe ist, kann er die Untersuchung an euch delegieren. Wenn er mitmachen möchte, sollte auch der Arzt ein Zertifikat haben. Das gilt für Neurologen und Geriater. Beide Fachgesellschaften haben sich dem FEES-Zertifikat angeschlossen. Allerdings müsst ihr einen Arzt finden, der das wirklich an euch delegiert, denn er ist für die Untersuchung verantwortlich. Das Delegationsrecht hat durchaus seine Tücken (für den Arzt).

Grüße
Alex


vor 1 Jahr, 4 Monate #96078
ProfilbildHolger Andries
Teilnehmer

Hallo Alex,

vielen Dank für Deine Antwort.
Falls unser Haus die Finanzierung scheut, hatte ich sogar überlegt, das Gerät selbst zu kaufen & im Gegenzug die Vergütungen für die Untersuchung jeweils selbst abzurechnen. Ob das allerdings rechtlich überhaupt machbar ist, müsste ich erst abklären & zwar wahrscheinlich am besten mit jemandem von extern (vielleicht von einer Krankenkasse?) um der Klinik nicht zu früh den kleinen Finger zu reichen, wenn es um die Anschaffung des Gerätes geht.
Die mobilen Videoendoskope liegen preislich etwas unter den von Dir genannten 10TEUR (könnt’ ich mir vorstellen)?

Wie auch immer – das wird wohl noch ein langer & steiniger Weg für uns…jedenfalls ist das Argumente-Sammeln sicher mal ein Anfang.

Danke nochmal & LG – Holger


vor 1 Jahr, 4 Monate #96079

Du kannst als Logopäde keine ärztlichen Leistungen abrechnen. Die FEES hat eine OPS, die kann nur im Rahmen eines stationären Aufenthaltes abgerechnet werden.

Das selbst zu meistern ist eine nette Idee, aber wird nicht funktionieren.

Mobile Geräte sind teils günstiger. Ich habe hier ein Storz-Gerät. Super mobil aber für den Einsatz echter Mist. Die Qualität der Filme ist mies und man kann keine vernünftige Auswertung vornehmen: keine Einzelbilder im Film betrachten und auch keine Ausschnitte langsamer abspielen.

Ihr werdet um einen Turm von Rehder oder Xion nicht herumkommen!


vor 1 Jahr, 4 Monate #96080
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