Logopädie-Forum

Plötzlich Zweifel

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SarahFleur
Teilnehmer

Hallo, mein Problem ist, dass ich momentan mitten in der Bewerbungsphase plötzlich Zweifel bekomme, ob diese Berufswahl für mich richtig wäre und ob mich überhaupt eine der Schulen annehmen würde. Ich habe leider kein Abi und auch selbst noch nie Gesangsunterricht oder ähnliches genommen. Was mir bleibt ist ein eher mittelmäßiger erweiterter Realschulabschluss nach insg. 13 Jahren Schule und einige Instrumentalkentnisse. Könnt ihr mir sagen ob meine Zweifel berechtigt sind und was ich, wenn möglich, dagegen tun kann? Ich habe leider auch keinerlei Vorstellung, welchen Beruf ich sonst erlernen könnte, da Logopädie bei mir schon seit Jahren eigentlich immer hoch im Kurs stand, nur jetzt kommen natürlich Zweifel. Ich(übrigens 19) bin für jeden Rat unfassbar dankbar und hoffe so irgendwie weiterzukommen.


vor 3 Jahre, 6 Monaten #95913

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Levone
Teilnehmer

Liebe Zweiflerin,
Du bist noch ziemlich jung für eine solche Lebensentscheidung, finde ich. Unsere Arbeitswelt ist schwerfällig was einen Berufswechsel betrifft, vor allem wenn eine Ausbildung oder ein Studium erstmal abgeschlossen ist. Also: Gut, dass Dir JETZT die Zweifel kommen.
Ich glaube, der Schulabschluss und die musikalischen Kenntnisse sind kein Grund, an Deiner Eignung zu Zweifeln. Wirklich entscheiden sind (hoffentlich auch bei den Schulen, an denen Du Dich beworben hast) andere Qualitäten. Bringst Du die mit? Hast Du Dich informiert, was außer Abi und guter Stimme noch erwartet wird? Was der Beruf alles beinhaltet?
Worauf beruhen Deine Zweifel wirklich, was sind Deine konkreten Fragen?
Jetzt habe ich ganz viele Fragen an Dich! :-) Nimm sie als Denkanstöße…
Hast Du während Deiner Schulzeit mal Praktika gemacht? Wie wäre es, zunächst ein freiwilliges soziales Jahr zu absolvieren, wo Du intensiv mit Menschen arbeitest? Es gibt so viel im sozialen, medizinischen, pädagogischen Bereich, wo Du entsprechende Fähigkeiten mal wirklich praktisch über längere Zeit erproben und Deinen Neigungen intensiver auf die Spur kommen kannst.
Was am Beruf der Logopädin führt dazu, dass er bei Dir hoch im Kurs steht? Magst Du etwas mehr erzählen? Das würde es (mir) leichter machen, Dir zu raten.
Ich selbst bin erst mit Anfang 30 zur Logopädie gekommen, sie ist mein zweiter Beruf und ich bin damit sehr glücklich. Aber vor der Entscheidung, meine frühere Karriere an den Nagel zu hängen, habe ich mich sehr umfassend informiert und beraten und vor allem habe ich Praktika gemacht in einer Praxis und einer Klinik, um den Arbeitsalltag wirklich auch mal zu erleben und mich darin zu erleben. Das war letztlich ausschlaggebend für das Gefühl „Ja, das WILL ich, dass passt zu mir“ und die positiven Rückmeldungen der betreuenden Logopädinnen machten mir klar „Ja, das KANN ich auch (wenn ich die Ausbildung absolviert habe), das passt nicht nur zu meinen Wünschen, sondern auch zu meinen Fähigkeiten und Talenten“.
Es gibt für die Patient_innen, die auf uns angewiesen sind, nix schlimmeres als eine Logopädin, die ihren Beruf eigentlich doch nicht mag oder eigentlich nicht dafür geeignet ist. Wir haben es mit Lebewesen zu tun, nicht mit Maschinen. Triff die Entscheidung sorgfältig, und lass‘ lieber noch ein Jahr ins Land gehen wenn Du allzu unsicher bist.
Soweit mal mein Senf dazu – ich hoffe, es ist was hilfreiches für Dich dabei! Und schreib gern wieder, wenn Dir danach ist, weiter im Austausch zu bleiben.
Herzlich, L.


vor 3 Jahre, 6 Monaten #95915

Hallo Zweiflerin, mir geht es so ähnlich wie dir.

Ich bin momentan in der zwölften Klasse Fachoberschule mit 18 und mein Halbjahreszeugnis, mit dem ich mich bewerben muss wird nicht gerade rosig ausfallen, klar, dass ich zum Schluss volle Power geben muss um einen guten Abschluss zu bekommen.
Ich war auch der Meinung „Ich werde Logopäde“ seit 4 Jahren, aber ich bin mir nicht sicher ob meine Stimme dafür ausreicht ; der Stimmtest an der Uniklinik wird es zeigen.
Ich denke zwar ich bin psychisch belastbar, aber ich zweifle an mir, ob ich die Ausbildung überlebe da ja immer betont wird das sie sehr sehr hart ist.
Ich habe bereits ein fast 800 stündiges Praktikum absolviert und es hat mir sehr gefallen.
Ich werde sehen was daraus wird.


vor 3 Jahre, 5 Monaten #95959

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