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Neue S3-Leitlinie zur Diagnostik der LRS

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Und wieder einmal ein Versuch die LRS zu pathologisieren…

Aber was soll man schon von einer „Leitlinie“ halten, die aus Bayern kommt und vom „Bundesverband der Legasthenie und Dyskalkulie“ finanziert wurde. Am besten man lacht darüber.

Zum Glück ist Schulpolitik Ländersache. Lehrer und Kultusminister entscheiden über die Belange der Kinder und deren Förderung.
Wenn Ärzte zu diesem Thema etwas sagen möchten, sollten die erst einmal Kreide in die Hand nehmen.
„Diskrepanzdiagnostik“….oder „Alters- oder Klassennormdiskrepanz“….ja,ja,ja….blablabla…schnarch….
Man kann sich auch lächerlich machen.

Deutschland war bei diesem Thema schon mal weiter…t.zzzzz


vor 5 Jahre, 1 Monat #94679

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Thea123
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Ja, wirklich was für ein Ding! Dabei sind die Schüler doch einfach nur faul. Solln sich halt n bisschen mehr anstrengen. Sonst liegts halt an den Lehrern. Die sind zu inkompetent den Schülern das Lesen und Schreiben vernünftig beizubringen. Naja und von wegen genetische Häufung in Familien: Da wird halt nur die Faulheit vererbt. Vielleicht sind auch SES-Kinder einfach nur zu faul, das Sprechen zu lernen?
LRS-Förderung sollte ja wirklich weiter in der Schule bei den überforderten Lehrern verbleiben. Schön nach dem Gießkannenprinzip fördern, von jedem ein bisschen. Ein wenig Silben klatschen und Silbenbögen setzen und dann mal die Wörter vernünftig mitsprechen, dann wird das schon.


vor 5 Jahre, 1 Monat #94680

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Naa Thea,
das ist doch jetzt wohl nicht ironisch gemeint?

Es gibt aber ne Reihenfolge wer dem Kinde das Lesen und Schreiben beibringt. 1. Die Grundschullehrerin 2. Die Eltern 3. Der Logopäde ??? (wohl kaum!)

Tja, wer könnte es dann tun….?

Sprachheilschulen? Ach, ich vergaß…wir haben ja die Inklusion.
Ich hab´s….Legasthenikerklassen. Ach ne, das gab es ja schon in der 70-ern.

Jetzt aber! Die LRS-Kinder der „Bildungsfernen“ kommen in eine Ganztagsschule, wo sie nachmittags mit Lesemüttern das Lesen und Schreiben lernen. Akademikerkinder sind ja besser zu Hause aufgehoben….da macht das die Mama. So einfach ist das. Und das kost´ nix…
So schnell entwickel ich hier Konzepte….


vor 5 Jahre, 1 Monat #94683

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Thea123
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Wenn schon Lehrer, die ja Didaktik sogar studiert haben, sowohl in Gruppen- als auch ein Einzelsituationen mit diesen Schülern überfordert sind, machen wir was? Jaaa, wir lassen es die Eltern lösen. Die sind damit überhaupt nicht überfordert. Und wenn doch? Dann wir lassen wir sie schnell das Legasthenie-Trainer Diplom in Österreich in einem Wochenend-Seminar machen. Dann sind die super vorbereitet. Und „Lesemütter“ ist wirklich ne super Idee. Die Mütter haben ja eh nichts zu tun und sitzen als Hausfrau zuhause nur gelangweilt rum, dann machen die das bestimmt gerne und auch kostenlos. Arbeitszeit von Frauen ist ja eh nix Wert, oder?
Im Ernst: Kinder mit Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben-Lernen benötigen losgelöst vom Unterricht (deshalb hilft ihnen Nachhilfe-Unterricht auch nicht) Zusatzübungen und andere Methoden. Deshalb kommen auch die Lehrer nicht klar damit. Wieso sollten eigentlich nicht wir Sprachtherapeuten uns damit beschäftigen? Wir können Erwachsene mit Schriftsprach-Störungen behandeln, aber nicht Kinder mit Schriftsprachproblemen im Erwerb? Warum? Wo ist da die inhaltliche Begründung, wenn man sich sowieso komplett vom Unterrichtsstoff lösen muss?
Die Zahl der Analphabeten ist einfach zu groß. Das System sollte so nicht weiter laufen. Es braucht eine Veränderung. Es braucht eine interdisziplinäre Zusammenarbeit: Sprachtherapie, Lehrkräfte und Psychologen. Und ja, du hast Recht mit
„Versuch die LRS zu pathologisieren“ Ärzte braucht es nämlich bei der ganzen Sache eigentlich nicht.


vor 5 Jahre, 1 Monat #94687

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Ja….ich habe sie gefunden…die können helfen!!!

Akademische Lese-RechtschreibtherapeutIn dbs
(….aber nicht auf Verordnung…cash inne Täsch…)
http://www.dbs-ev.de/119.html


vor 5 Jahre, 1 Monat #94688

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Norina Lauer
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Hallo,

ich finde die Leitlinie sehr begrüßenswert. Sie hat das höchste Leitlinien-Entwicklungsniveau, basiert auf aktuellen und hochwertigen Studien und wurde durchaus nicht nur von Ärzten entwickelt, wie die Meldung auf der dbl-Homepage zeigt. Und ich gebe Thea Recht, dass es einer vom Unterricht lösgelösten Behandlung bedarf, die durchaus von LogopädInnen/SprachtherapeutInnen durchgeführt werden kann, sofern sie die Empfehlungen der Leitlinie befolgen. Dass diese Diagnosestellung nicht in den Heilmittelrichtlinien enthalten ist, hat doch wohl eher den Grund, dass man mit der Zuordnung zur Schule Kosten sparen möchte. Den Betroffenen ist damit nicht geholfen.

Viele Grüße
Norina Lauer


vor 5 Jahre, 1 Monat #94689

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Nein, diese Leitlinie ist keinen Pfefferling wert.
Sie dient nur der Gleichschaltung aller Beteiligten aus den medizinisch/therapeutischen Bereichen.
Grundsätzlich besteht nämlich eine kolossale Verunsicherung bei diesem Thema.
Eine Legasthenie hat eben keinen Krankheitswert. Damit ist und bleibt es ein pädagogisches/ schulisches Problem und muss dort bearbeitet werden. Auch wenn die Therapeuten, Ärzte und Psychiater anderer Meinung sind.
Sobald die KK das anders sieht therapiere ich das wieder.
Der Bundesverband der Legasthenie hat natürlich ein großes Interesse daran die „Schwierigkeiten beim Erwerb des Lesens und Schreibens“ als ein Krankheitsbild darzustellen. Eine Therapie auf KK-Kosten ist natürlich besser als eine Lerntherapie, die selber bezahlt werden muss.
Eine Diskrepanzdiagnostik ist bei der LRS-Problematik wirklich ekelhaft.
Schlaue Kinder mit LRS sind Legastheniker, IQ-schwache sind dann halt minderbegabt und erhalten keine Förderung.
Doch was macht der aufgeschlossene Therapeut?
Er „behandelt“ die LRS mit anderen Methoden als in der Schule. Das führt zu weitern Verunsicherungen beim Kinde. Was macht es für einen Sinn, dass der Willi in der Schule die Anlauttabelle bearbeitet und beim Therapeuten die XYZ Methode erlernt.
Man kann auch das Kind am B-Boy herum klicken lassen.
Übrigens eine Lehrerstunde hat einen Wert von 100€. Billig ist der auch nicht.


vor 5 Jahre, 1 Monat #94690

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Thea123
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„Eine Therapie auf KK-Kosten ist natürlich besser als eine Lerntherapie, die selber bezahlt werden muss.“
Das muss differenzierter sehen. Es geht nicht nur um die Kosten. Es geht um die Qualität der Förderung oder wie ich sagen würde „Therapie“. Leider fehlt den Lerntherapien und natürlich erst recht den Nachhilfestunden die Qualität.

Ja, ich stimme zu. Alle sind zur Zeit sehr verunsichert, was LRS betrifft. Aber gerade da, verschafft eine Leitlinie auch Klarheit und Vereinheitlichung.
Wir brauchen endlich die Freigabe für eine außerschulische Förderung. Nur das würde die allgemeine Verunsicherung auflösen. Wer bezahlt die außerschulische Förderung? Auch das sollte endlich geklärt werden.

„Er “behandelt” die LRS mit anderen Methoden als in der Schule. Das führt zu weitern Verunsicherungen beim Kinde. Was macht es für einen Sinn, dass der Willi in der Schule die Anlauttabelle bearbeitet und beim Therapeuten die XYZ Methode erlernt.“
So läuft das nicht. Zumindest nicht bei mir. Die Vernetzung mit den Lehrern ist in hohem Maße vorhanden. Und so sollte es auch sein. Die Inhalte von Förderstunden (durch die Lehrer) und Therapiestunden sind miteinander abgestimmt. Natürlich benutzt man z.B. die Lesegebärden der Schule und kein eigenes System. Außerdem ist die Therapie allein deshalb losgelöst vom Unterrricht, weil die anderen Kinder vom Stoff her viel viel weiter sind.
Die Kinder sind in keinster Weise verunsichert von der neuen Art an das Lesen und Schreiben herangeführt zu werden. Im Gegenteil, zum ersten Mal spüren sie wie toll es ist Erfolgserlebnisse zu haben. Zum ersten Mal nehmen sie freiwillig Bücher in die Hand.

Aber Hauptsache ist doch: Die Kinder mit Lese- und Schreib-Schwierigkeiten sind so tolle Persönlichkeiten und haben so viele Ressourcen. Wieso lässt unsere Gesellschaft sie immer noch so untergehen? Egal wie, die Kinder brauchen Hilfe.
Es muss doch jedem Menschen das Herz brechen diese Kinder gleich am Anfang der Schullaufbahn so traurig und verloren zu sehen.


vor 5 Jahre, 1 Monat #94693

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Tja, dann stellt sich die Frage wer ist der Bestimmer, der darüber entscheidet, ob eine LRS vorliegt?
Der Kinder-Psychiater mit seinen Tests? (Der möchte das sicherlich!)
Das SPZ? (Denen traue ich die Diagnostikversuche auch zu!)
Der Grundschullehrer? (Der ist froh wenn eine Diagnose gestellt wird, damit ihm die Eltern nicht aufs Fell rücken, wenn er dem Willi wieder eine 6 geben muss).
Kinder bekommen in der GS keine 5 mehr im Fach Deutsch. Diese Zensur ist 3-geteilt. Rechtschreibung wird relativ gering bewertet. Mit einer 4 in Deutsch ist man kein Legastheniker. Außerdem gibt es diesen Begriff in der Schule ja nicht.
Über welche Kinder reden wir denn?
SES-Kinder haben keine Legasthenie.
Man weiß seit 100 Jahren, dass sprachauffällige Kinder viel intensiver ans Lesen und Scheiben heran geführt werden müssen. Aus dem Grund hat man ja die Sprachheilschulen gebaut. Dieses Wissen wird m.E. einfach ignoriert.
Mit 2 Therapiestunden Logo in der Woche ist das doch nicht getan…
Man sah es an der DDR. Dort gab es nicht derartige Lese-Rechtschreibprobleme, wie man sie in der BRD beobachten konnte.
Was will ich eigentlich sagen???
Ach ja, wie kann es sein, dass plötzlich solche Leitlinien entstehen können?
Es kann nur so gelaufen sein:
– Legasthenikerverband investiert in Lobbyisten.
– Bezahlter Prof. schreibt S-3 Leitlinie
– Dann gibt´s ne Veranstaltung mit Schittchen
– Prof. hält Rede
– Vollgefressen und gut gelaunt stimmen die Verbandsvertreter ihrem „Schlaupaule“ zu
– Sssssssipp und alle sind eingefangen

Prof. Dr. Gert Schulte Körne….ich wusste es Uni München….(lasst mich wetten…..CSU)


vor 5 Jahre, 1 Monat #94695

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Norina Lauer
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Hallo,

da offensichtlich Unwissen bezüglich der Entwicklung einer Leitlinie besteht, hier der Link zur Darstellung der Leitlinienentwicklung der AWMF: http://www.awmf.org/leitlinien/awmf-regelwerk/ll-entwicklung.html die Leitlinienentwicklung Von „Schnittchen-Essen“ ist das weit entfernt.

Viele Grüße
Norina Lauer


vor 5 Jahre, 1 Monat #94696

@Logopaede, auch wenn ich jetzt ein bisschen überreagiere: „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten!“

LRS wird in Österreich zum Beispiel schon länger von Logopädinnen und Logopäden behandelt. Es ist daher gut, dass auch in Deutschland eine Leitlinie dazu existiert.


vor 5 Jahre, 1 Monat #94698

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Aaaach Alexander,
du darfst in deinem Forum ruhig ein „bisschen überreagieren“:

Ich finde es aber immer recht problematisch einzelne Begebenheiten aus anderen Ländern für eine funktionierende und adäquate Förderung von Kindern heran zu ziehen. Wir leben in Deutschland und haben halt ein föderales Schulsystem und eine funktionierende Logopädie, die von unseren KK finanziert wird. Die Gefahr ist hier immer, dass man Teile aus einem gewachsenen System heraus löst und diese in andere Systeme implementiert. Ob die dann funzen ist noch eine ganz andere Geschichte.

Seit dem Ranschburg über die Legasthenie berichtet hat, sind einige Bücher über dieses Thema geschrieben worden.
Meine Kritik richtet sich nicht an einer S-3 Leitlinie. Mich stört das Ergebnis. (Da wird über Prismenbrillen und Ordnungsschwellen referiert….das gibt´s doch wohl nicht!)
Legt man diese Schrift eine GS-Lehrerin vor, krümmt die sich vor lachen.
Die Prof. an den Pädagogischen Hochschulen schlagen sich auf die Knie. Die Verbände, die dort in den Leitlinien aufgeführt wurden, haben ja nun gar nichts mit Grundschuldidaktik zu tun.
Um bei diesen Themen mitreden zu können sollten sich alle mal fragen, wie viele Diktate diese Personen schon korrigiert haben und ob sie wirklich Lese-Rechtschreibleistungen beurteilen können.

Ich muss mich auch nicht um die Erstellung einer S3-Leitlinie kümmern. Dafür werde ich nicht bezahlt. Ich kritisiere nur den Inhalt, wer hier die Leitlinie finanziert hat und ich bezweifele den Nutzen.

Es gibt so viele sprachtherapeutische Themen die bearbeitet werden müssen. Und die Uni München hat nix besseres zu tun, als sich mit diesem Thema zu befassen. Die sollen sich um medizinische Belange kümmern. Aus der Leitlinie allein ergibt sich noch kein Arbeitsauftrag für einen Therapeuten. Also was soll das?


vor 5 Jahre, 1 Monat #94700

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