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Liebe Kolleginnen,

seit Jahren bin ich verwirrt. Nach meiner Information ist LRS-Therapie auf Rezept nach wie vor nicht erlaubt, weil die LRS keine Kassenleistung ist. Sowohl bei gesetzlich als auch bei privatversicherten.
Warum gibt es jetzt aber so viele Weiterbildungen für Logopäden zur LRS Therapie und Werben so viele Praxen damit dass sie LRS Therapie anbieten? Läuft das wirklich immer nur privat? Das bezweifle ich ja ehrlich gesagt. Oder sind meine Informationen veraltet?

Wäre schön wenn mich jemand aufklären könnte.
Grüße


vor 2 Wochen, 6 Tagen #96599
ProfilbildSonja
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Soweit ich weiß, wird dabei auf dem Papier SP2 behandelt … Oder auch SP1.


vor 2 Wochen, 6 Tagen #96600
ProfilbildGaenseblmchen
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Danke für deine Antwort Sonja – aber das bedeutet es ist also definitiv Kassenbetrug.
Ich bekomme nämlich auch häufig Anfragen zu LRS Therapie, sogar von Ärzten, ich lehne das aber klar ab. Dafür ist mir meine Zulassung dann doch zu wertvoll.

Grüße


vor 2 Wochen, 6 Tagen #96601
ProfilbildThea123
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Die Kosten für die LRS-Therapien werden teilweise auch vom Jugendamt übernommen. Es ist durchaus möglich, dass die einzelnen Praxen Verträge mit dem Jugendamt geschlossen haben. Nicht wenige Eltern sind auch bereit die Kosten privat zu übernehmen.

Bei einer diagnostizierten AVWS, die mit einer LRS einhergeht ist es möglich unter SP2 die Therapie durchzuführen. In der medizinischen AVWS-Leitlinie (AWMF) wird ganz klar empfohlen, dass einer der Therapieschwerpunkte die Therapie der eingeschränkten Leistungsbereiche sein soll, also in dem Fall eine LRS-Therapie. Die Heilmittelrichtlinie gibt den Therapeuten keine Methode vor, also ist eine LRS-Therapie in diesem Falle über die Krankenkassen abrechenbar.

Aufgabe der Sprachtherapeuten kann darüber hinaus auch die Therapie der phonologischen Bewusstheit sein. Unter SP1 wird genannt: Störungen der Diskrimination und Selektion von Sprachlauten und/oder Störungen der auditiven Merkspanne/ des auditiven Gedächtnisses. Eine Therapie der phonologischen Bewusstheit im Schulalter ist nur sinnvoll, wenn zusätzlich mit schriftsprachlichem Material gearbeitet wird. Du legst beispielsweise den Buchstaben L hin und machst Aufgaben zur Position des Lautes oder zur Unterscheidung. Hörst du /L/ am Anfang, in der Mitte oder am Ende des Wortes usw. Oder du lässt den Patienten lautgetreue Wörter legen. z.B. Welche Laute hörst du, lege die Buchstabenkärtchen in die richtige Reihenfolge: H-U-T . Auch die Unterscheidung von langen und kurzen Vokalen (wichtig beim Schreiben für die Verdoppelungsregel bei Mitlauten) ist durchaus ein auditives Training, das von Schriftsprache begleitet werden kann.

Studien besagen, dass 50-70% von Kindern mit einer gravierenden Sprachentwicklungsstörung im Vorschulalter später eine LRS entwickeln. Nicht selten zeigen sich noch Restsymptome der SES im Schulalter wie ein eingeschränkter Wortschatz oder Grammatikprobleme. In diesen Fällen kann die Therapie natürlich unter SP1 laufen.


vor 2 Wochen, 4 Tagen #96603
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