Logopädie-Forum

Logopädie-Studium Krems

Profilbild
LaFleur
Teilnehmer

Hallo an alle Logos,

ich informiere mich grade in sämtliche Fort- und Weiterbildungsrichtungen und bin heute auf das Studium in Krems gestoßen: http://www.donau-uni.ac.at/de/studium/logopaedie/index.php

Zwar schrecken mich die Gebühren sowieso total ab, mich würde aber dennoch interessieren, ob hier jmd. Erfahrungen damit hat oder was ihr davon haltet?!

Viele Grüße!


vor 7 Jahre, 5 Monaten #92076

Profilbild
Fabiennne
Teilnehmer

Hey,
ich mache grade meinen Bachelor in Idstein und möchte danach den Master machen, auch berufsbegleitend.
Bin dabei mich umzuschauen und auch schon auf diese Universität gestoßen. Mich interessiert allerdings mehr der interdisziplinäre Studiengang Neurorehabilitation!
Bisher habe ich nur wenige Meinungen gehört. Ich finde, dass einige „große“ Logos dort auch studiert haben…
Außerdem finde ich die Alternativen wirklich sehr dürftig bzw. finanziell nicht zu stemmen.

Liebe Grüße


vor 7 Jahre, 1 Monat #92524

Profilbild
hachja
Moderator

hi,
ich habe es selbst nicht gemacht, kenn aber jemanden, der dort neuroreha belegt hat. ich finde es von den inhalten her okay. man muss aber bedenken, dass es:
1. sich an verschiedene fachbereiche richtet und daher der spezifische logopädieanteil beschränkt ist. es gibt natürlich auch logopädische inhalte z.b. zur dysphagie. aber auch inhalte, die primär für andere berufsgruppen relevanter sind (die nichtsdestotrotz auch interessant für uns sein können).
2. kein studium im eigentlichen sinne ist, sondern eine akademische weiterbildung bzw. ein universitätslehrgang (kann sein, dass das jetzt anders heißt. war zumindest bis 2012 so), der im europäischen (weiter-)bildungswirrwarr zwar auch master heißt, aber halt kein studium im universitären sinne ist. zumal man ja bei einem master eigentlich von einem auf einen bachelor aufbauenden konsekutiven studium ausgeht. – das gilt auch für das logopädiestudium

das „studium“ neuroreha in krems gliedert sich in präsenzmodule (zwei bis drei x im jahr je eine woche). in der zwischenzeit lernt man für die klausuren, bekommt aber kein weiteres elearning mit neuen inhalten. – bei sechs modulen â eine woche macht das netto sechs wochen input (im logopädie-studium sind es wohl neun)… auch, wenn die tage sehr voll sind, ist das nicht sehr viel im vergleich zu einem vollzeitstudium an fh oder uni.
die frage ist natürlich, ob einem das reicht und (wie immer) warum man so eine weiterbildung/studium machen will. um sich weiterzubilden und fitter im beruf zu sein, ist es m.m.n. super gut. auch im hinblick auf evidenzbasiertes handeln, wobei es dann an einem selbst liegt die ebp auch tatschlich in seinen beruflichen alltag zu implizieren…

im hinblick auf wissenschafltiches arbeiten halte ich die inhalte für nicht ausreichend. auch für die erstellung der master thesis ist man sehr abhängig von der infrastruktur seiner arbeitsstelle und auf gute kooperation angewiesen.
für die lehre qualifiziert einen der master im grunde auch nicht mehr als man in seiner person schon mitbringt.

neben den hohen kosten kommen ja auch noch kosten für fahrt und unterkunft dazu. das sollte man auch berücksichtigen…

viele alternativen gibt es wirklich nicht und auch hier muss man sich vorher klar machen, was man will, was man von dem studium erwartet und was man danach damit anfangen will.


vor 7 Jahre, 1 Monat #92529

Profilbild
Norina Lauer
Teilnehmer

Hallo,

man sollte unbedingt beachten, dass es kein Masterstudium im üblichen Sinne ist, sondern – wie von hachja schon gesagt – ein Weiterbildungsmaster, also eher als Weiterbildung zu betrachten ist. Der dort erworbene Masterabschluss, für den auch kein vorheriger Bachelor notwendig ist, berechtigt nicht zur Promotion. Wenn man sich also auf dem akademischen Weg weiterqualifizieren möchte und sich auch die Möglichkeit der Promotion erarbeiten möchte, sollte man ein tatsächliches Masterstudium anschließen. Masterabsolventen bologna-konformer Masterstudiengänge nehme ich als Referenten oder Posterpräsentatoren auf Tagungen auch deutlich eher wahr.

Viele Grüße
Norina Lauer


vor 7 Jahre, 1 Monat #92541

Profilbild
LaFleur
Teilnehmer

Das stimmt so wohl nicht zu 100 %. Ich habe bei meinen Recherchen durchaus Absolventen dieses „Master“-Studiengangs in Krems entdeckt, die im Anschluss tatsächlich eine Promotion erreicht haben. Kann natürlich sein, dass man dafür eine Art „Sondergenehmigung“ der jeweiligen Einrichtung braucht, komplett ausgeschlossen ist es aber anscheinend dennoch nicht. Allerdings wäre das – ganz unabhängig davon – sowieso keines meiner persönlichen Ziele :-)

Viele Grüße!
LaFleur


vor 7 Jahre, 1 Monat #92544

Profilbild
hachja
Moderator

ach das ist ja interessant. sind das denn logopäden bzw. andere therapeuten? der studiengang steht ja auch ärzten offen, die aufgrund ihres medizinstudiums schon zur promotion zugelassen sind.

allein der abschluss dieses lehrgangs kann einem eigentlich aufgrund der credits nicht reichen. es sind, soweit ich weiß, 300 erforderlich, die man i.d.r. mit 180 für einen bachelorstudiengang und weiteren 120 für einen masterstudiengang erwirbt. ich weiß im moment nicht, ob/wieviele einem für den lehrgang gutgeschrieben werden. müssen solche lehrgänge eigentlich akkreditiert werden?
darauf würde ich bei der wahl eines studiengangs unbedingt achten! – auch bei grundständigen bachelorstudiengängen logopädie. insbesondere, wenn sie von privaten trägern angeboten werden.

viele grüße


vor 7 Jahre, 1 Monat #92545

Profilbild
Norina Lauer
Teilnehmer

Hallo,

ich würde auch davon ausgehen, dass die Personen, die promoviert haben, irgendwelche anderen Vorleistungen hatten, die eine Promotion möglich gemacht haben. Die Promotionsvoraussetzungen variieren natürlich auch in Deutschland je nach Universität. Auf jeden Fall hat man hier Schwierigkeiten, zu promovieren, wenn man z.B. einen Master, aber keinen Bachelor gemacht hat.

Ob und wie die Akkreditierung in Österreich läuft, kann ich nicht sagen. In Deutschland ist es so geregelt, dass ein Studiengang – insbesondere an privaten Hochschulen – eigentlich erst dann starten darf, wenn der Studiengang akkreditiert wurde. Bei der Werbung für einen neuen Studiengang kann es also z.B. sein, dass dieser vorbehaltlich der Akkreditierung beworben wird. Auch ist zu beachten, dass nicht nur der Studiengang, sondern auch die Hochschule akkreditiert sein sollte. Insofern ist es verlässlicher, sich in einen bereits länger bestehenden Studiengang einzuschreiben oder aber in einen Studiengang einer Hochschule, die bereits andere akkreditierte Studiengänge hat.

Andererseits ist es zu begrüßen, wenn es weitere (neue) Studiengänge gerade im Masterbereich gibt, um ein breiteres Angebot zu haben, aus dem man einen für sich passenden Masterstudiengang auswählen kann.

Und was die Credits angeht, so führen Bachelor + Master zusammen zu 300 Credits. Der Bachelor muss mind. 180 Credits und kann höchstens 240 Credits umfassen. Der Master kann dann 60 bis 120 Credits aufweisen. Man muss insgesamt auf mind. 300 Credits kommen. Man darf aber auch durchaus einen 240er-Bachelor + einen 120er-Master machen und 360 Credits sammeln. Mehr geht immer :-)

Viele Grüße
Norina Lauer


vor 7 Jahre, 1 Monat #92546

Profilbild
LaFleur
Teilnehmer

Da ein Doktor für mich nicht im Entferntesten ein Thema ist (und das vermutlich für die wenigstens Logos hier der tatsächlich asschlaggebende Punkt für oder gegen ein bestimmtes Studium ist), hab ich mich wirklich nur oberflächlich damit beschäftigt und keine Ahnung von irgendwelchen Credits o.ä.

Das einzige, was ich dazu beisteuern kann sind ein paar Recherchen, die ich aus reiner Neugier vollzogen habe.

Bsp. aus Österreich: http://www.logopaediemuench.at/index.php?id=lebenslauf Wobei natürlich die Zeit ab 2009 hier der interessante Punkt ist.

Viele Grüße!


vor 7 Jahre, 1 Monat #92551

Wenn ich nur mal kurz dazu anmerken darf, dass ich persönlich die „Universität“ in Krems nicht ernst nehmen kann.

Das hat zwei Gründe: Nach österreichischem Recht ist sie keine Universität im eigentlichen Sinne, denn sie hat zB keine Promotionserlaubnis. Außerdem kann man dort so lustige Dinge wie Homöopathie und „manuelle Medizin“ studieren mit einem Master of Science. Was blanker Hohn ist, denn beides ist alles andere als Wissenschaft.

Soweit…

Gruß
Alex


vor 7 Jahre, 1 Monat #92561

Profilbild
Norina Lauer
Teilnehmer

Hallo,


@LaFleur
:
Natürlich muss nicht jeder promovieren, aber ich finde schon, dass es sinnvoll ist, sich zukünftige Möglichkeiten offen zu halten, auch wenn man sie aktuell für sich selbst nicht als notwendig erachtet. Nach ein paar Jahren im Beruf verändern sich oft Sichtweisen und Perspektiven. Wenn man das „Studium“ als reine Weiterbildung betrachtet, können einem Credits natürlich egal sein. Alles eine Frage der Perspektive…


@Alex
:
Promotionsrecht haben Fachhochschulen, an denen man in Deutschland typischerweise in den Therapiewissenschaften studieren kann, auch nicht, wobei das Thema ja gerade diskutiert wird. Homöopathie habe ich nicht bei der Uni Krems gefunden (da ist ja eher die Ineffektivität hinreichend belegt) – oder ich habe nicht richtig geschaut? Ich habe Komplementärmedizin gefunden, was ja vieles umfasst und einiges davon könnte einer näheren, aber sicher sehr kritischen wissenschaftlichen Betrachtung wert sein. Mit den genauen Inhalten der Weiterbildungsprogramme kenne ich mich aber nicht aus. Es kommt ja sehr darauf an, wie etwas im Detail umgesetzt wird.

Viele Grüße
Norina (Lauer)


vor 7 Jahre, 1 Monat #92562

Ansicht von 10 Beiträgen - 1 bis 10 (von insgesamt 10)

Antworten?

Du musst dich anmelden, bevor du an dieser Diskussion teilnehmen kannst.

Hier anmelden