Logopädie-Forum

In einer Praxis arbeiten, vor Abschluss des Studiums

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Lischka
Teilnehmer

Hallo ihr Lieben,

ich mache gerade meinen Master in Klinischer Linguistik in Marburg (habe einen BA in allg. Linguistik). Und habe noch ein Semester bis zum Abschluss. Meine Masterarbeit gebe ich Mitte Juli ab. Die abschließende mündliche Prüfung ist erst im September.
Nun bin ich gerade in einem tollen Praktikum. Sie würden mich gern für eine 50%- Stelle anstellen…so früh wie möglich.

Nun habe ich gesagt, dass ich zum 1.8. könnte (da meine MA dann erledigt ist).
Das Problem ist aber, dass ich bis dahin noch kein Zeugnis habe und dieses auch nicht vor Oktober bekomme.

ES IST ECHT MEINE TRAUMSTELLE! Ich möchte wirklich nicht absagen müssen und kann sie dort auch nicht bis 1.10. vertrösten, da sie eigentlich schon ab sofort suchen.

Gibt es irgendeine Möglichkeit dort schon zu arbeiten? Sei es als „logopädische Assistentin“ oder so/ auf 450€-Basis? Gibt es eine „Grauzone“?

Liebe Grüße und vielen Dank im voraus!!!
Lena


vor 5 Jahre, 8 Monaten #94496

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Terrorkruemel83
Moderator

Hallo Lena,

anbei findest du einen Link mit zulassungsfähigen Studiengängen.
Bei nicht vorliegen der Voraussetzungen darf keine Therapie zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen abgegeben werden.

http://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/ambulante_leistungen/heilmittel/heilmittel_zulassungsempfehlungen/Heilmittel_Zulassungsempfehlungen_Anlage-3_2014-02-11.pdf


vor 5 Jahre, 8 Monaten #94497

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Norina Lauer
Teilnehmer

Hallo,

da gibt es gar keine Grauzone! Es ist illegal und der Praxisinhaberin kann die Zulassung entzogen werden, abgesehen davon, dass es strafrechtlich verfolgt werden kann. Die Abgabe eines Heilmittels ist in Praxen nur mit Abschluss möglich. Wenn es diese „Grauzone“ gäbe, bräuchte man Ausbildung oder Studium nicht oder nicht zu vollenden und unser Berufsstand würde noch weniger als wenig verdienen.

Viele Grüße
Norina Lauer


vor 5 Jahre, 8 Monaten #94498

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Thea123
Teilnehmer

Ich habe dich so verstanden, dass du erst anfangen möchtest zu arbeiten, wenn du alle Prüfungen erfolgreich abgeschlossen hast. Die mündliche Prüfung ist im September und so weit ich mich richtig erinnere, bekommt man die Note direkt im Anschluss mitgeteilt. Das heißt du weißt zu dem Zeitpunkt schon, ob du alle Prüfungen bestanden hast.
Das Studium ist somit beendet. Ich war sogar schon exmatrikuliert, bevor ich mein Zeugnis bekommen habe. Insofern ist es doch eine Grauzone.
Das Problem ist, dass die in Marburg mit dem Zeugnis echt langsam sind. Bei mir hat es zwei Monate nach Abschluss aller Prüfungen gedauert bis das Zeugnis fertig war. Allerdings hat man zu dem Zeitpunkt auch schon alle Leistungsscheine. Reichen diese nicht aus um die Berechtigung zur Abgabe eines Heilmittels zu erwerben?
Auf dem Zeugnis steht als Abschlussdatum übrigens das Datum der letzten (also der mündlichen) Prüfung. Ist man nicht somit ab diesem Zeitpunkt berechtigt Sprachtherapie abzugeben?
Ich finde keinerlei Angaben welche Kriterien angestellte Mitarbeiter erfüllen müssen. Es gibt nur Richtlinien zur Zulassung.
Kennt jemand einen Paragraphen, der sich nicht auf die Praxiszulassung, sondern auf Mitarbeiter bezieht?
Wie ist das bei den Logopäden? Die müssen doch teilweise auch lange auf die Berufsurkunde warten. Dürfen diese bis dahin auch nicht arbeiten? Weiß jemand mehr?

Bist du Mitlgied im dbs? Ruf doch mal bei der Rechtberatung an. Ich kann mir gut vorstellen, dass es da rechtliche Möglichkeiten gibt. Das kann ja nicht sein, dass man alle Prüfungen bestanden hat und dann nicht arbeiten darf.


vor 5 Jahre, 8 Monaten #94499

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Lischka
Teilnehmer

Danke für die Antworten,

Also Terrorkrümel, dass mein Studiengang zulassungsfähig ist, weiß ich schon, danke. Habe mich nicht zufällig für klinische Linguistik in Marburg entschieden. Trotzdem nett ;)

Dass es keine richtige Grauzone gibt, ist mir schon klar. Habe in meiner Verzweiflung einfach auf eine spontane Idee/Lösung gehofft.
Mit dem BKL habe ich mich bereits in Verbindung gesetzt und warte noch auf eine Antwort.

Thea123, du hast mich richtig verstanden, ich würde es zwar begrüßen schon ab dem 1.8. eingestellt werden zu können, aber du machst mir schon Hoffnung, dass man mit der Mitteilug der Noten alle relevanten Prüfungen abgeschlossen hat. Dann ist es bestimmt in Ordnung das Zeugnis nachzureichen :)

Dank dir!!


vor 5 Jahre, 8 Monaten #94501

Bei deinem Studium geht es nicht um die Mitteilung der Noten.

Du brauchst um logopädische Therapie abgeben zu können entweder die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung oder – in deinem Fall – die Kassenzulassung.

Erst wenn du die Kassenzulassung hast, darfst du therapieren. Wann du Zeugnisse, Bescheinigungen oder Noten bekommst, ist dafür nicht relevant. Solange du keine Kassenzulassung hast, darfst du schlicht nicht als Logopädin/Sprachtherapeutin/klinische Linguistin arbeiten. Da gibt es wahrlich keine Grauzone und die Aufsichtsbehörden verstehen da – ganz zu Recht – absolut keinen Spaß.


vor 5 Jahre, 8 Monaten #94502

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Eulalia
Teilnehmer

Also mein Studienabschluss ist zwar schon locker 20 Jahre her, aber ich brauchte weder eine Genehmigung zur Berufsausübung noch eine Kassenzulassung um angestellt arbeiten zu dürfen. Ich selbst hatte mal den Fall, dass die Hochschule einer Kollegin bescheinigte, dass die künftige MA alle Prüfungen bestanden hat – gegen eine Einstellung hatte niemand etwas, das Zeugnis, bzw. Diplom wurde dann nachgereicht. Die verspätete Zustellung der Urkunden war also nicht das Problem.


vor 5 Jahre, 8 Monaten #94506

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Lischka
Teilnehmer

Danke euch allen für die Infos und Erfahrungen!

Ich höre sooooo viele unterschiedliche Sachen- das ist echt verwirrend! Letztendlich hängt es wohl viel vom Arbeitgeber ab. Ob er sich dabei strafbar macht oder nicht, liegt wohl auch viel am Handling… (Über wen laufen die Abrechnungen? Unter welcher Berufsbezeichnung hat er jemanden eingestellt etc.)

Ich habe bisher bei jeder meiner Praktikumsstellen MINDESTENS eine Person erlebt, die weder Logopädin/Klinische Linguistin oder Sprachheilpädagogin war (allerdings nie in Praxen, sondern nur in Kliniken – WIESO gibt es noch gleich diesen Unterschied? Liegt es nur an den Kassen oder hat das auch was mit der Versicherung zutun? Teilpauschale und so!?).
Nunja, um auf Nummer sicher zu gehen, werde ich bis Oktober warten… Bis dahin sollte ich die Kassenzulassung, das Zeugnis und pipapo haben.

Finde es als Berufseinsteiger sehr verwirrend und schade, dass wohl kaum ein Arbeitgeber darüber Bescheid weiß…

DANKE euch… wirklich =)


vor 5 Jahre, 8 Monaten #94507

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Norina Lauer
Teilnehmer

Hallo,

in Kliniken läuft so etwas über das ärztliche Delegationsprinzip. In logopädischen Praxen geht das nicht und man sollte sich rechtlich gut absichern. Wenn das über eine Bestätigung geht, dass das Studium erfolgreich abgeschlossen wurde, lediglich noch die Urkunde fehlt und dies seitens der Krankenkassen verbindlich anerkannt wird, dann könnte man vielleicht tätig werden. Das dürfte aber eine Einzelfallentscheidung sein.

Viele Grüße
Norina Lauer


vor 5 Jahre, 8 Monaten #94508

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Eulalia
Teilnehmer

Ist nicht der Bachelor allein bereits berufsqualifizierend ? Dann gäbe es ja gar kein Problem – oder ?


vor 5 Jahre, 8 Monaten #94510

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Lischka
Teilnehmer

In meinem Fall ist der Bachelor leider noch nicht berufsqualifizierenden gewesen… Danke trotzdem :)


vor 5 Jahre, 8 Monaten #94511

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EvaBiereder
Moderator

Es ist doch relativ simpel:
Wenn Du sprachtherapeutische Leistung erbringst, die mit den GKV/VdEK abgerechnet werden soll in/über eine/r zugelassenen Paxis, dann mußt Du einer der Berufsgruppen angehören, denen das gestattet ist.

Grüße,
Eva


vor 5 Jahre, 8 Monaten #94512

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