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Freier Mitarbeiter für Hausbesuche

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Grit
Teilnehmer

Hallo miteinander,

ich bin zu 40% in einer Klinik angestellt und arbeite zusätzlich als Hausbesuchstherapeutin für eine Praxis auf 450€-Basis. Nun lohnt sich das angeblich nicht mehr für die Praxisinhaber (Ich mache durchschnittlich ca. 5 Therapien pro Woche, um monatlich auf die 450€ zu kommen).
Welche Erfahrungen habt ihr bzgl. Minijob? Rechnet sich das wirklich nicht?

Ich könnte mir auch vorstellen die Hausbesuche als Honorarkraft zu behandeln. Könnt Ihr mir sagen, ob das überhaupt möglich ist.?
Meine Idee ist, dass ich der Praxis 25 – 30% als Vermittlungsgebühr für die Patienten und die Rezeptabrechnung „abgebe“. Die Räume und das Material der Praxis würde ich nicht nutzen, da ich ja nur Hausbesuche mache.

Vielen Dank. Grit


vor 10 Monaten, 3 Wochen #96968

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Thea123
Teilnehmer

Für die Einzelbehandlung (45 Minuten, Vdek) bekommen wir derzeit 55,64 bundesweit. Die Hausbesuchspauschale liegt bei 17,46 (bekommt ihr die pro Patient?).
Ich rechne mal mit 5 Therapien pro Woche und nehme an, dass du Ausfälle ausgleichst (?).
Sind also 73,10 € pro Patient. Sind pro Tag 365,50 €. Ich nehme mal an die 5 Stunden machst du an einem Tag. Ich rechne mal mit 41 tatsächlichen Arbeitstagen im Jahr (Urlaub, Krankheit, Feiertage abgezogen).
73,10 * 41= 14.985 € Umsatz im Jahr
Du bekommst monatlich 450 € plus der Arbeitgeberanteil, also ca. 600 € Personalkosten pro Monat für deinen Arbeitgeber. Sind 7.200 € im Jahr (falls du nicht noch andere zusätzliche Vergütungen bekommst, km-Geld oder Gutscheine). Dann hat dein Arbeitgeber monatlich 650 €. Jetzt weiß ich natürlich nicht was davon noch für Ausgaben abgehen (Firmen-PKW, Arbeitsmaterialien…) und wie groß der Verwaltungsaufwand ist (Termine ausmachen, Mitarbeitergespräche führen…).
Korrigiert mich, wenn ich irgendwo einen Rechenfehler habe…
Du kennst deine Stunden und Zahlen noch genauer. Rechne es dir einmal durch.

Komisch finde ich nur, dass deine Arbeitgeber jetzt nach den bundesweiten Erhöhungen die Erkenntnis haben, dass es sich nicht mehr lohnt.

Die Idee mit der Honorarkraft wird nichts werden. Du wirst ziemlich sicher als scheinselbstständig eingestuft, da du keine anderen Auftraggeber hast und es immer extrem problematisch ist, wenn ein Angestelltenverhältnis in eine Honorartätigkeit übergehen soll.

Alle Praxen suchen momentan händeringend Mitarbeiter. Kannst du dich nicht in einer anderen Praxis bewerben?


vor 10 Monaten, 3 Wochen #96969

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Grit
Teilnehmer

Vielen Dank für deine schnelle Antwort.
Ich bin auch etwas ratlos, da ich pro 45 Minuten 15,50€ + 4,50€ HB-Pauschale + 0,30€/km bekomme. (HB-Pauschale derzeit pro Patient, weil ich nur eine Patientin in einem Pflegeheim habe, alle anderen betreue ich zu Hause)
Die Patienten versuche ich an einem Tag zu behandeln – maximal an 2.
Ich organisiere meine Termine selbst, nutze die Praxisräume gar nicht und auch so gut wie nie das Material von dort. Die Fahrten mache ich mit meinem Privat-PKW.
Am Ende des Jahres muss ich sehen, dass ich mit meiner Abrechnung auf +/- Null rauskomme. Ich darf mir meine Krankheitsausfälle und den Mindesturlaub anrechnen. Diese Ausfälle muss ich nicht reinarbeiten. Alle anderen Ausfälle natürlich schon.
Die Praxis informiert mich über Neuanmeldungen und rechnet ab. Viel mehr Arbeit fällt für sie meines Wissens nicht an. Es müsste also auf jeden Fall Gewinn ergeben.

Ich habe befürchtet, dass es mit der Tätigkeit als freie Mitarbeiterin aussichtslos ist. Plan B ist dann wohl leider ein Praxiswechsel.

Ich werde nochmal ins Gespräch gehen.


vor 10 Monaten, 3 Wochen #96970

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Thea123
Teilnehmer

Ist denn sonst irgendetwas vorgefallen, sodass „es lohnt sich nicht mehr“ eventuell ein Vorwand ist? Ist die Auslastung zurückgegangen, sodass andere Mitarbeiter z.B. auf nicht genügend Therapiestunden kommen? Waren viele Verordnungen fehlerhaft ausgestellt, sodass es zu Absetzungen kam?
Kannst du mal bei anderen angestellten Mitarbeiter vorfühlen, ob sie vielleicht etwas mitbekommen haben?
Ansonsten finde ich noch einmal ganz sachlich ins Gespräch gehen eine sehr gute Idee. Betone noch einmal, dass du sehr gerne in dieser Praxis arbeitest und dich dort sehr wohl fühlst.
Manchmal fühlen sich Arbeitgeber auch überlastet und dann wird ihnen die Mitarbeiterverwaltung zu viel, obwohl es hier vielleicht nur eine „gefühlte“ Überlastung ist und der Mitarbeiter gar nicht viel Arbeit macht.
Vielleicht will sich der Arbeitgeber insgesamt verkleinern…
Das wird wohl nur ein Gespräch klären können.

Ich drücke dir die Daumen! Ansonsten suchen wirklich viele Praxen momentan Mitarbeiter. Viele schreiben die Stellen gar nicht mehr aus. Bewirb dich also ruhig auch initiativ.
Ich wünsche dir trotz dieser Sache eine schöne Adventszeit!


vor 10 Monaten, 3 Wochen #96971

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