Logopädie-Forum

Frage an alle Logopädie Azubis/Schüler/Studenten UKM Münster

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Sberg
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Hi,

Ich wollte wissen wie hoch und wie anspruchsvoll der Umfang von Studium und Ausbildung ist. Könnte mir bitte jemand einen Wochenablauf oder sogar die Ausbildung aus seiner Sicht kurz schildern, ;) kurz wenn es kurz uüberhaupt möglich ist? Da man ja nichts verdient in der Ausbildung, frage ich mich, wie finanziert man sich um Miete und Co. aufzubringen. Bleibt Zeit für einen Nebenjob, darf man einen Nebenjob überhaupt ausüben? Wie viel zeit hat man überhaupt um den Stoff zu reflektieren und zu lernen, hat man so etwas wie Urlaub/Ferien Ich habe auf der Internetseite gelesen, dass es 6 Wochen Ferien gibt, hat man da Zeit für Erholung oder überschneidet sich das mit Klausurphasen, bleibt Zeit für privates wie Freunde, Beziehung, Termine wie z. B. beim Arzt und oder Erholung? Danke für eure Unterstützung vorab!!!

Lieben Gruß


vor 8 Jahre, 3 Monaten #86816

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Wicki
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Bin keine Schülerin, bin aber mal eine gewesen. 1996 bis 1999 staatliche Berufsfachschule München (also keine Schulgebühren, nur Lernmaterial).

Bei uns wurde der Unterricht meist in Doppelstunden (90 min.) gehalten. Der Tag ging normalerweise von 8-17 Uhr (dienstags sogar bis 19 Uhr). Finanziert hat sich jeder meist über das Elternhaus. Nur eine hat gekellnert und auch noch in Augsburg gewohnt. Die Fahrerei hat aber zu lange aufgehalten (ca. 1 Std. für eine einfache Fahrt), darum ist sie im letzten Jahr nach München gezogen. Eine andere war verheiratet und der Mann hat sich um ihren Lebensunterhalt gekümmert. Eine andere verheiratete mit 3 Kindern hat das Pensum nicht geschafft, war zu wenig zu Hause und hat im ersten Semester abgebrochen.

Wir hatten im November angefangen und bis Januar/Februar so ne Art Blockunterricht, z. B. jeden Tag Unterricht im Bereich Kindersprache. So hatten wir die Theorie fast abgegrast und konnten mit eigenen Therapien anfangen. Dann hatten wir Unterricht und Behandlungen, die wir selber durchführten oder an denen wir als „Zuschauer“ im Nebenraum und durch einen Spiegel in den anderen Raum blickend, teilnehmen mussten. Du hast von Anfang an eine vorgegebene Anzahl an Therapien, die du gesehen/geleistest haben musstest. In allen Schwerpunkten, als da währen: Kindersprache (Verzögerungen, Aussprache, Stottern) und Erwachsene (Stimme, neurologische Patienten, Stottern und Poltern, Laryngektomie). In den 3 Jahren gab es Unterricht, den wir vom Anfang der Ausbildung bis zum letzten Tag hatten und Unterricht, der nur Blockweise abgehandelt wurde (z. B. Anatomie, Physiologie, HNO, Musikerziehung, Gesang, Audiologie, Neurologie, Rhetorik, Psychiatrie).

Ferien hatten wir wie im Bundesland Bayern, also 2 Wochen Weihnachts- und Osterferien; im Sommer hatten wir 3 Monate frei, in denen wir meist 2-4 wöchige Praktika absolvieren mussten. Die Zeit war sehr anstrengend aber auch super, hatte ganz tolle Mitschüler, mit denen ich teilweise noch heute sehr eng befreundet bin. Man muss sich schon reinhängen und lernen und Therapien vorbereiten, für Klausuren lernen und Therapiepläne schreiben, die vor der Behandlung dem Lehrlogopäden vorgelegt werden müssen, Rahmenpläne nach 10-15 Stunden erstellen –> was hat der Patient alles, was behandele ich derzeit, wo will ich in den nächsten Stunden therapeutisch hin und lässt sich das überhaupt realisieren…. etc.

Nach jedem Jahr gab es ein Zeugnis und am Ende der 3 Jahre hatten wir ein Staatsexamen mit einem theoretischen, mündlichen und praktischen (eine Anamnesestunde und 2 weitere Behandlungsstunden sowie eine Stunde bei einer laufenden Therapie übernehmen und dafür jeweils Behandlungspläne schreiben, während du in der Schule sitzt).

So, glaub das wars.

Falls ich was vergessen hab, siehs mir nach, war alles aus dem Kopf und ist schon …. seeeeehr lange her. :-)


vor 8 Jahre, 3 Monaten #89552

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