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Hallo zusammen,

ich habe gerade meiner allerersten dysphagiepatienten und fühle mich sehr hilflos. Im Studium hatte ich zwar ein Seminar, das ist jetzt allerdings schon drei Jahre her und vieles krieg ich trotz unterlagen nicht mehr richtig hin.

Aber erstmal zum Patienten:

Er hatte einen Schlaganfall und ist mittlerweile wieder zuhause. Er hat eine Dysarthrie, Facialisparese und eben Dysphagie. Leider habe ich vom Klinikum keine Angaben zu irgendwelchen Diagnostikergebnissen etc., was die ganze Sache wirklich erschwert. Das Schlucken lässt sich auch nur schwer ertasten, weil der KK nur schwer zu finden ist (wegen Alter). Ertasten konnte ich zumindest, dass das Schlucken verzögert ist.

jetzt wollte ich das Scglucken mit Wackelpudding ausprobieren, was der Patient aber komplett verweigert, weil er keinen Pudding mag. Außerdem hatte ich dem Patietnen gesagt, er soll nur noch Wasser und klare Flüssigkeiten trinken wegen der Lungenentzündungsgefahr, was er auch nicht ernst nimmt und nicht auf Cola etc. verzichten will…

ich weiß nicht weiter und hab echt Angst irgendwas falsch zu machen… gerade bei meinen ersten Dysphagieerfahrungen, wo man so große Verantwortung hat…im Momant mache ich eigentlich nur Kräftigunsübungen zur orofazialen Muskulatur und versuche, das supragl. Schlucken anzubahnen, was aber schwierig ist, weil der Patient aufgrund der schlaffen Muskulatur nicht einmal den Atem anhalten kann

Ich würde mich riesig freuen, wenn mir jemand ein paar Tipps geben könnte, wie es weitergehen könnte!

Vielen Dank schon mal!!!!

Liebe Grüße!


vor 8 years, 9 months #86532

Das klingt, als würdest du über die Dysphagie deines Patienten so gar keine Infos haben.

Ich würde bei der Klinik anrufen und nach Informationen fragen. (Ich arbeite in einer Klinik und auch wenn unsere Berichte eher umfangreich sind, rufen Praxen gern an und wir beraten dann auch gern!)

Du musst ja, um deine Therapie planen zu können, wissen was passiert und was schief läuft. Wenn du den Kehlkopf nicht palpieren kannst, brauchst du wohl eine Videoröntgen-Untersuchung, denn nur so kann man die anterior-superior-Bewegung des Larynx beurteilen. Wenn du nicht weißt ob der Patient Flüssigkeiten penetriert oder aspieriert, dann würde eine zusätzliche fiberendoskopische Untersuchung Sinn machen.

Also: ohne ordentliche Diagnostik therapierst du eh nur ins Blaue, also mach erst mal Diagnostik. Dann weißt du was nicht gut ist und kannst konkreter ansetzen. Auch kann man Patienten so viel besser erklären, warum Cola ggf. schlecht ist… aber wenn er nicht aspiriert und nur selten penetriert würde ich als Patienten auch nicht auf meine Cola verzichten wollen… ;o)

Gruß

Alex


vor 8 years, 9 months #88330

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