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Teilnehmer

Hallo ihr Lieben,
ich bräuchte mal ein wenig euer Fachwissen und eure Hilfe.
Ich habe eine neue Patientin, gestern war sie zum zweiten Mal bei mir. Sie hat folgende Vorgeschichte:
Zu einer geplanten Bauch-OP kam sie ins Krankenhaus, während der Operation gab es Komplikationen und ein Luftröhrenschnitt musste vorgenommen werden. Sie wurde dann über einige Monate über die PEG ernährt. Scheinbar hat sich das Narbengewebe verhärtet und ihr Arzt legte ihr nahe, diese Narbe nochmal “richten zu lassen”, was sie strikt ablehnt. Seit diesem Vorfall bekommt sie regelmäßig ca. 3-5 Minuten nach dem Schlucken (von vorwiegend fester Kost, aber auch beim Trinken, nicht allerdings beim Speichel) einen heftigen Hustenanfall. Die Ärzte und Logopäden im Krankenhaus rieten ihr, den Auswurf auf keinen Fall zu schlucken, sondern auszuspucken, was sie auch so macht. Der Auswurf ist ausschließlich Schleim, keine Nahrungsreste. Sie selbst sagt, es ist definitiv kein “Verschlucken”. Schluckuntersuchung im KH, sowie beim HNO wurden gemacht, allerdings ohne Befund. Logopädie wurde nur verschrieben, um alle konservativen Möglichkeiten auszuschöpfen; “versuchen Sie’s mal mit Logopädie, vielleicht bringt es ja was”. Eine Zeit lang hat sie täglich inhaliert, was die Symptome verbessert und sie ist auch bereit, wieder täglich damit anzufangen. Ist der Hustenreiz tagsüber besonders schlimm, nimmt sie vor dem Schlafengehen auch mal Reizhustenstiller. Die Stimme ist unauffällig.
Ich bin jetzt ein wenig unsicher, wie ich vorgehen soll bzw. wo ich ansetzen soll. Residuen konnten nicht nachgewiesen werden, die Sensibilität scheint auch intakt, übersehe ich etwas? Wie kann ich vorgehen?
Vielen Dank für eure Hilfe!
LG
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vor 1 Woche, 1 Tag #96589

Hi,

also aus der Entfernung wird mir nicht ganz klar, welches Narbengewebe da “gerichtet” werden soll. Hat sie noch ein Tracheostoma? Trägt sie noch eine Trachealkanüle?

Was war das für eine Bauch-OP? Ösophagus mitbetroffen? Breischluck gemacht?

Klint jedenfalls nicht nach was logopädisch behandelbarem.


vor 1 Woche, 1 Tag #96592
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Teilnehmer

Hallo,
der Arzt meinte, die Narbe vom Tracheostoma sei ungünstig verheilt, aber das könne man mit einer neuen OP entfernen und hoffen, dass es dann besser verheilt. Eventuell ist die Larynxelevation dadurch leicht eingeschränkt.
Sie trägt keine Kanüle mehr, der Eingriff bezog sich auf den Darm und war 2014.
Breischluck wurde im AUgust gemacht, ohne Befund. Ambulante FESU in der HNO-Klinik im September. “Keine sichtbare Regurgitation oder gar Aspiration, kein Leaking oder Drooling. Ösophagotracheale Fistel ausgeschlossen… Schluckakt grundsätzlich regelrecht”
Ich dachte nun daran, sie in das Manöver chin Tuck ein zu leiten, könnte ihr das vielleicht helfen?
Mein nächster Gedanke war, das Narbengewebe durch Manuelle Therapie zu lockern.


vor 1 Woche, 1 Tag #96593

Hm. Warum soll sie denn mit Chin Tuck schlucken? Das hilft bei der oralen Boluskontrolle, bei der sie befundseitig ja keine Schwierigkeiten hat.

Was die Narbe angeht würde ich sie zu einem Physio schicken, der Lasertherapie für diesen Zweck anbietet.

Wenn Inhalation ihr hilft, dann soll sie das machen. Vielleicht hat sie trockene Schleimhaut. Da hilft ja auch viel zu trinken und Emser Salz oder solche Lutschpastillen.

Logopädisch sehe ich da weiterhin keinen Ansatzpunkt.


vor 2 Tagen, 11 Stunden #96594
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