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lenni2313
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Hallo.

Ich habe mal ein paar Fragen zu dem Thema. Wir haben das Thema jetzt erst neu angefangen. Im Januar steht ein Praktikum im Bereich Neurologie an, daher ist es wichtig auch in Dysphagie bescheit zu wissen.

Woran erkenne ich ob ein Patient eine Penetration hat und wann eine Aspiration, also wie sehe ich das, wenn ich z.B. eine Diagnostik mache oder woher weiß ich ob es eine prädeglutive, intradeglutive oder postdeglutive Aspiration ist?

Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

lg


vor 8 years, 1 month #86723

Hallo (und frohe Weihnachten),

prädeglutitiv bezeichnet den Zeitraum vor Auslösen des Schluckreflexes, intradeglutitiv den Moment der Larynxelevation und postdeglutitiv den Zeitraum danach. In der Fiberendoskopie also jeweils der Zeitraum vor, während bzw. nach dem white out.

Penetration bezeichnet das „Eindringen“ von Testkost in den aditus larygis und Aspiration das „Eindringen“ von Testkost unterhalb des Stimmlippenniveaus.

Gruß

Alex


vor 8 years, 1 month #89102

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lenni2313
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Also habe ich das richtig verstanden, dass man das also nur über das Fiberendoskop sehen kann oder eben allgemein endoskopisch und so von außen das gar nicht beurteilen kann? Aber wenn ich eine Diagnostik als Logopädin durchführe, dann muss ich das doch auch irgendwie so beurteilen können, wo das Problem liegt, um die passende Therapie für den Patienten herauszufinden oder nicht?

lg


vor 8 years, 1 month #89106

Ja, natürlich muss man das auch in der Praxis erkennen können. Aber die klinische Diagnostik ist nicht annähernd so aussagekräftig wie eine Bildgebung.

Beispiel: Klinisch könnte bei Patient A auffallen, dass er bei halbfester Testkost nicht husten muss, aber bei Flüssigkeiten immer ein Husten kommt, noch bevor sich der Kehlkopf hebt. Das würde darauf hindeuten, dass er bei Flüssikeiten ein Leaking hat und prädeglutitiv penetriert.

Wenn Patient B jetzt aber klinisch nicht hustet bei Flüssigkeiten aber nach zwei Tagen Fieber entwickelt… hat er dann nicht penetriert? Er hat ja schließlich nicht gehustet… Das Fiber aber spricht für eine Pneumonie… Da wird man um eine Bildgebung nicht herumkommen.

Die klinische Schluckuntersuchung kann Dysphagien erkennen, aber auch nicht mehr. Sie kann Dysphagien nicht ausschließen! Das kann nur ein bildgebendes Verfahren wie die FEES oder eine Röntgen-Video-Untersuchung.

Bildgebende Schluckuntersuchungen werden von Kliniken, Dysphagiezentren oder im Notfall HNO-Ärzten durchgeführt und die Auswertung der Ergebnisse muss ein Logopäde vornehmen können, der Dysphagien behandelt. Man muss das is seiner Praxis somit nicht durchführen können, aber jmd kennen, der das kann und regelmäßig macht. Alles andere ist nach aktuellem Stand der Wissenschaft fahrlässig. Und ich sage das als jmd, der regelmäßig für umliegende logopädische Praxen die FEES durchführt.

Gruß

Alex


vor 8 years, 1 month #89107

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lenni2313
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Vielen Dank, für deine ausführliche Antwort. Vor allem die Beispiele haben mir sehr weitergeholfen. Dankeschön =)


vor 8 years #89112

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