ProfilbildClaudia CSP
Teilnehmer

Hallo Ihr Lieben,

bin noch ganz neu hier und komme gleich mit so einer Riiieeesen-Frage daher.

ich habe vor einen halben Jahr eine Umschulung zur Teilhabe am Arbeitsleben bei der Rentenversicherung Nord beantragt und diese wurde auch genehmigt. Mir wurde nahe gelegt ich sollte mich doch bei einer Logopädie-Schule bewerben und erst mal sehen, ob diese mich überhaupt nehmen würde. Ich hatte vor ca. 3-4 wochen einen Eignungstest in der Medau Schule in Coburg, habe bestanden und mir wurde auch schon ein Ausbildungsvertrag zugesandt.
Natürlich steht das Problem im Raum, dass man normalerweise nur Umschulungen für max. 2 jahre von der RV bezahlt bekommt…. aber es gibt Ausnahmefälle und bis jetzt läuft die Sache noch.
Jetzt habe ich einen Termin bekommen an dem ich mich doch bitte beim Psychologischen Dienst des Berufsförderungswerks BFW Nürnberg einfinden soll.

Zuerst war nur ein Tag vorgesehen…..jetzt wurden 4 Tage draus. Es geht um die Eignungsabklärung mit der Fragestellung “liegt intellektuelles Leistungsvermögen für die Ausbildung zur Logopädin in schulischer Form vor”.

Sind das jetzt Eignungstest in denen Mathe und Deutsch abgefragt wird, wie man es sonst bei anderen/”normalen” Aufnahmeverfahren kennt? Oder psychologische Test (wie sehr halte ich Stress aus)? Oder Konzentrations- und Kreativitätstests? Wahrnehmung? Wird die Stimme noch mal geprüft? Ich weiß, da steht zwar “intellektuelles Leistungsvermögen”, aber es ist beim Psychologischen Dienst…..und wer weiß, was derjenige da wirklich prüft.
Kann ich mich irgendwie darauf vorbereiten? Gibt es gute Bücher, mit denen man so etwas üben kann?

Von jemand anderen (der sich auch ein wenig mit dem BFW auskennt) wurde mir gesagt, dass ich nach dieser Woche einfach nur froh sein werde, dass es vorbei ist, da die Tests so anstrengend sind.

Hat hier irgendjemand schon mal so etwas machen müssen?

Vielleicht kennt sich ja jemand ein bisl aus?
Danke schon mal im voraus.

Liebe Grüße
Claudia


vor 2 Jahre, 6 Monate #94675
ProfilbildThea123
Teilnehmer

Hallo,
das hört sich für mich so an, als würde mit dir ein Intelligenztest (IQ-Test) durchgeführt werden. Es geht vermutlich um logisches Denken, vielleicht auch noch um Konzentration und Aufmerksamkeit. Es gibt unterschiedliche Testbatterien dazu.
Häufig wird in solchen Tests z.B. das Verstehen geprüft. Du musst Fragen beantworten wie “Was ist die Hauptstadt von Frankreich” oder “Was haben Autos und Flugzeuge gemeinsam” oder die Bedeutung von Sprichwörtern erklären. Dein Wortschatz wird eventuell getestet, indem du Begriffe erklären sollst.
Dann wird eventuell deine Merkfähigkeit überprüft, indem du dir Zahlenfolgen merken sollst oder die visuelle Verarbeitung indem du vorgegebene Muster nachlegen musst.
Mach dir keine Sorgen. Lass es auf dich zukommen. Es ist auch nicht sinnvoll solche Aufgaben zu üben.
Da du sagst, es soll 4 Tage dauern, wird aber bestimmt darüber hinaus noch mehr gemessen. Vielleicht noch deine Konzentrationsfähigkeit.
Du wirst ja nicht ohne Grund die Umschulung benötigen. Ich nehme an, dass irgendeine Krankheit oder ein Unfall dich aus der Bahn geworfen hat. Durch die Messungen soll sichergestellt werden, dass die Ausbildung dich nicht überfordern wird bzw. deine momentane Gesundheit nicht überstrapaziert wird.
Wie gesagt, mach dir keine Sorgen und lass es auf dich zukommen. Wenn dich die Ungewissheit quält, frag doch noch einmal nach, was genau auf dich zukommt. Ich denke nicht, dass du vorher etwas dafür üben musst.
Viele Grüße und viel Erfolg


vor 2 Jahre, 6 Monate #94677
ProfilbildLogopaede
Teilnehmer

Ich frage mich wirklich, warum man überhaupt einen Schulabschluss gemacht hat.
Nein…ein Realschulabschuss, ein Abitur oder eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung reicht hier nicht aus. Da muss die RV selber noch mal testen. Vielleicht ist der Antragsteller ja zu blöde und die Lehrer haben es nicht gemerkt.

Ich glaube in Deutschland gehört das einfach zur Kultur.
Beantragt man eine Leistung, dann muss vorher gequält werden.

@ClaudiaCSP
Wegen des Tests mach dir keine Gedanken….Schikane.
Mach dir lieber Gedanken darüber, ob der Beruf des Logopäden für dich der Richtige ist.
Die Arbeit einer angestellten Logopädin in einer Praxis sieht so aus: Täglich bis 19 Uhr in der Praxis, ca. 12 € Brutto Stundenlohn, 20 Urlaubstage im Jahr.

Ich wüsste was Besseres….


vor 2 Jahre, 6 Monate #94678
ProfilbildHanKi
Teilnehmer

Hallo Claudia,
ich habe selbst den ganzen Weg, den du noch vor dir hast, hinter mich gebracht. Unter anderem liegen 6 Jahre Gerichtsstreit vor dem Sozialgericht mit der DRV Bund hinter mir. Weil ich von den beschränkten Gutachtern der Einrichtung, in der ich “getestet” wurde, als nicht geeignet eingestuft wurde. Ich musste dort eine ganze Woche bleiben und absolut irrelevante Tests über mich ergehen lassen- wenn es nur ein IQ Test gewesen wäre!
Nein, alle Fähigkeiten wurden überprüft, ich kann dir ein paar Beispiele nennen:
– handwerkliches Geschick (ein Werkstück anfertigen)
– buchhalterische Fähigkeiten
– Informatik
– sich künstlich auf eine Fachprüfung vorbereiten (bei mir war es “Physiotherapie”) und einen Test dazu schreiben
Dann noch Gespräche mit Psychologen und den Amtsärzten- warum du gerade diesen Beruf gewählt hast usw.
Mir wurde anfangs gesagt “mal sehen, ob sie kognitiv diesem Berufsbild überhaupt gewachsen sind”- ich erhielt die Bestnote und dann wurde mir gesagt, ich sei psychisch nicht belastbar.
Rumms- 3x ein “nein”.
Ich habe die Ausbildung trotzdem an einer staatlichen Schule abgeschlossen, habe gegen die Entscheidung der DRV Bund geklagt. Damals habe ich das erste Jahr während der Ausbildung noch volle EU- Rente erhalten. Die letzten zwei Jahre nichts mehr.
Im letzten Jahr meiner Ausbildung war die erste Gerichtsverhandlung- ich habe verloren. Auch die Richterin war der Meinung, dass ich nicht ausreichend belastbar wäre (Krankheit: Hirntumor)
Ich habe weitergemacht, nach 3 Jahren Berufsausübung bin ich nochmal vor Gericht gezogen- diesmal habe ich alle Kosten zurückerstattet bekommen- wie soll man auch ein “nicht belastbar genug” begründen, wenn der Betroffene schon 3 Jahre in diesem Beruf arbeitet^^
Also- du kannst dich auf diesen Mist überhaupt nicht vorbeireiten- mach dir auch keine großen Hoffnungen, dass man dir eine 3jährige Ausbildung erstattet. Genau daran scheitert es nämlich meiner Meinung nach- zu hohe Kosten.
Herr Logopaede du kommst mir echt richtig frustriert vor^^ Summa Summarum habe ich es nicht bereut, diesen Weg zu gehen, obwohl ich keine Vollblutlogopädin bin.


vor 2 Jahre, 6 Monate #94681
ProfilbildLogopaede
Teilnehmer

Nö,
frustriert bin ich nicht!
Aber man muss den Damen, “die was mit Sprache” machen wollen, schon sagen worauf sie sich einlassen. Ich bin damals schon von der Schulleitung darauf hingewiesen worden, dass ich einen Beruf wähle, bei dem man ausgesprochen wenig Geld verdient. Damals habe ich mit Unverständnis auf derartige Warnungen reagiert…Heute weiß ich mehr.
Man kann sich nicht satt essen, man muss sich satt lecken…
Und die, die für 12€ arbeiten und einen Master in der Tasche haben, machen ihren Mund nicht auf und verplempern ihre Zeit mit inhaltlichen Spitzfindigkeiten…oder schreiben mal ein Buch…oder machen/geben mal ne Fortbildung.

Vielleicht liegt es wirklich daran, dass 90% der Logopäden Frauen sind. Logopädie ist deren Hobby.

@Hanki: Interessant finde ich aber deine Erlebnisse mit der RV. Irgendwie ist es ja logisch warum diese Institution jemanden eine Woche “testen” muss. Die brauchen ja Argumente für eine Ablehnung…He, sicherlich glauben 90% der Abgelehnten tatsächlich, dass sie für den Beruf nicht tauglich sind. Hallo, das sind doch normierte, standardisierte Tests.

Ob die RV auch eine Umschulung ablehnt, wenn man zu schlau ist?
“Tja Claudia XXX ihr IQ liegt bei 114. Das ist leider zu hoch. Der durchschnittliche IQ einer Logopädin liegt bei 100. Ihnen wird der Beruf nach 7,6 Jahren zu langweilig”. Das bedeutet 3X Nein.


vor 2 Jahre, 6 Monate #94682
ProfilbildClaudia CSP
Teilnehmer

Tja Hanki,
genau sowas hab ich mir schon gedacht….zuerst solls ja nur ein tag sein und jetzt ne ganze woche…..vielleicht bin ich paranoid was behörden usw angeht aber ich glaube nicht dass mir dort jemand was gutes tun will….eher wie du schon sagst: einen grund suchen und finden wird, warum genau diese ausbildung nicht machbar sein soll.

und logopäde:
ich habe mich informiert und mir nicht mal einfach schnell gedacht “ach ich will was mit sprache machen”.
mit einer sache dürftest du aber recht haben…..ein zu hoher IQ kann wahrscheinlich auch als ablehnungsgrund ausgelegt werden.

Der RV traue ich alles zu.

ich lass euch wissen, was sich ergeben hat, wenns soweit ist


vor 2 Jahre, 6 Monate #94708
ProfilbildHanKi
Teilnehmer

Hallo Claudia,
ja es war reine Schikane- in meinem psychologischen Gutachten wurde mir sogar eine “stark narzisstische Persönlichkeit” diagnostiziert- weil ich mich gegen den Vorschlag der Gutachter, eine 2jährige hilfsarbeitermäßige Büroangestelltenlaufbahn anstreben zu sollen, bis zum Schluss gewehrt habe. Du brauchst viel Durchhaltevermögen und ein dickes Fell, um diesen Weg zu gehen. Ich habe es geschafft warum solltest du es nicht schaffen.
Wobei ich dem Logopaeden sehr Recht geben muss…wir sind schlecht bezahlte Sprechhelfer ohne jegliche Lobby, so ist es in der Realität. Ich bin 3,5 Jahre von meinen Chefs ausgebeutet worden, musste Ausfallstunden komplett allein tragen, mit 24 Tagen Urlaub und ohne Festgehalt. Jetzt habe ich eine faire Chefin, das Gehalt reicht aber kaum, um gut davon leben zu können. Mein Mann verdient leider nicht das Geld für die Familie. Im Moment überlege ich sogar, wieder in meinen alten Beruf als Erzieherin zurück zu kehren…weil ich als Erzieherin mit Berufserfahrung mittlerweile 3000 Euro brutto verdienen würde- als Logopädin kann ich davon nur träumen :/


vor 2 Jahre, 6 Monate #94758
ProfilbildLogopaede
Teilnehmer

@HanKi
Das würde ich an deiner Stelle auch machen. Wenn erst mal die Entgeldgruppe 10 für Erzieher durchgesetzt ist, musst du wieder wechseln. Alles andere wäre…wirtschaftlicher Unsinn.

@ClaudiaCSP
Drück mal die Reset-Taste und fange noch mal von vorn an mit deiner Informationsbeschaffung. Du fängst dir bei dieser Berufswahl nur Ärger ein.
Und wer die akademische Sprachtherapie propagiert, sollte den Studentinnen erst etwas über die bevorstehenden Altersarmut erzählen. Ich habe noch die Gruppenschlafsäle in den Altersheimen gesehen….das kommt vielleicht wieder…


vor 2 Jahre, 6 Monate #94760
ProfilbildClaudia CSP
Teilnehmer

tja…..
das ich mit diesem beruf nicht die welt verdiene ist mir klar…hab darüber auch schon mit einigen logopäden, wie auch physiotherapeuten geredet.
aber mir ist auch klar was es bedeutet 40 stunden in einen beruf zu hocken, den ich einfach zum kotzen finde.
es gibt menschen die können damit umgehen….ich habe dahingehend schon selbst erfahrung und kann sagen, dass ich es nicht kann. (das ist aber nicht der grund für die umschulung)

ich kann nur das beste hoffen und mich auf das schlechteste vorbereiten…und ich freue mich trotzdem, dass meine umschulung ohne lange palaver und weitere stolpersteine durch ist.

lg claudia


vor 2 Jahre, 4 Monate #94851
ProfilbildThea123
Teilnehmer

“und ich freue mich trotzdem, dass meine umschulung ohne lange palaver und weitere stolpersteine durch ist”

Wow, super. Herzlichen Glückwunsch. Ich wünsche dir einen guten Start.
:-)


vor 2 Jahre, 4 Monate #94852
ProfilbildHanKi
Teilnehmer

Hallo Claudia, erstmal herzlichen Glückwunsch zur Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben durch die DRV Bund- freut mich für dich, dass es so reibungslos geklappt hat :)
Für mich ist es bitter zu sehen, mit welcher Willkür eine große deutsche Behörde arbeitet. Wenn ich an meinen sehr steinigen und langen Weg denke.
Wenn du dir einen Job “hauptsächlich zum Spaß” leisten kannst, werde Logopädin. Der Beruf ist abwechslungsreich und es erwarten dich interessante Herausforderungen.
Ich für meinen Teil bin jeden Monat frustriert, wenn ich auf meinen Lohnzettel gucke und von “allgemein steigenden Löhnen” in der Tageszeitung lese…ich werde mich wohl wieder aus dem Berufsfeld Logopädie verabschieden- müssen.


vor 2 Jahre, 4 Monate #94853
ProfilbildClaudia CSP
Teilnehmer

danke euch Thea123 und hanki,

wie gesagt, das beste hoffen und sich auf das schlechteste vorbereiten.

mehr kann ich im jetzigen moment nicht dazu sagen.

lg red


vor 2 Jahre, 4 Monate #94854
ProfilbildClaudia CSP
Teilnehmer

Hallo Leute,

jetzt hab ich mal nach über zwei Jahren wieder hier hereingeschaut und mir gedacht, ich gebe mal ein kurzes Update:

bin jetzt seit einer Woche in meinem dritten Ausbildungsjahr. Es ist für mich zwar teilweise sehr anstrengend und manchmal überleg ich mir auch ob ich das mit meiner Erkrankung noch mal anfangen würde, aber im Grunde bereitet mir die Arbeit Freude……nur leider in den Bereichen, mit denen ich in der Ausbildung praktisch am wenigsten zu tun habe. Auf den Zickenkrieg, der teilweise in meiner Klasse herrscht und das Gerangel um Patienten könnte ich auch gut verzichten. ;) Mache zur Zeit, neben der Behandlung “meiner” Patienten in der Schule, das Schulpraktikum im Klinikum (3 x 4 Std./ Woche) und muss feststellen, dass mir das einfach am meisten liegt. Das nächste 4-wöchige Praktikum in einer Neurologie-Abteilung eines KH hab ich mir auch schon organisiert.

Ansonsten wünsche ich allen noch einen schönen Abend…….ich selbst sitz grad über einen Rahmenplan für meine Dysarthrie-Patientin (Parkinson).

CSP

Wer Rechtsschreibfehler findet, darf sie gern behalten! :P …..und ja ich habe schon LRS therapiert! :)


vor 2 Monate, 1 Woche #96301
ProfilbildLogopaede
Teilnehmer

Wenn du “LRS” therapierst hast du noch nicht genug über diesen Beruf gelernt!


vor 2 Monate #96305
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